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Haus renovieren oder umbauen: Tipps für die Planung

Rohbau mit Tapeziertisch
Viele Heimwerker stoßen im Laufe eines ambitionierten Projekts an ihre Grenzen.
Deutschland gilt als Land der Heimwerker: Über 43 Millionen Bundesbürger (Stand: 2016, Quelle: Statista) greifen in ihrer Freizeit zumindest hin und wieder zum Werkzeug – und zwar nicht nur, um einen Nagel die Wand zu treiben, sondern auch, um eigenhändig großflächige Umbau- oder Renovierungsarbeiten durchzuführen.

Dafür gibt es viele Gründe. Zuvorderst steht natürlich der Wunsch, Geld für teure Handwerker zu sparen. Andere sehen Do It Yourself (DIY) als Möglichkeit, sich selbst zu verwirklichen und ihre Freizeit sinnvoll zu nutzen. Allerdings stoßen viele Heimwerker im Laufe eines ambitionierten Projekts an ihre Grenzen. Im schlimmsten Fall ist durch das eigene Engagement ein echter Schaden entstanden, der von Fachleuten kostspielig nachgebessert werden muss. Hier die wichtigsten Tipps in Sachen Renovierung und Umbau.

Handwerker oder Heimwerker?

Welche Arbeiten an der Immobilie sind fällig? Sind es Tätigkeiten, die Sie selbst erledigen können? Dazu könnten zum Beispiel zählen: Wände streichen und tapezieren oder Fliesen verlegen. Müssen dagegen Arbeiten an der Haustechnik durchgeführt werden oder soll das Haus energetisch saniert werden, ist in den meisten Fällen der Fachmann unerlässlich. Gerade Altbauten können überraschende Baumängel offenbaren, die Hobby-Bastler überfordern. Auch wenn man die Kosten für einen Handwerker etwa fünfmal so hoch ansetzt wie für einen DIY-Einsatz: Der Heimwerker sollte nie seine eigenen Fähigkeiten überschätzen.  

Zudem können in Eigenregie durchgeführte Arbeiten erheblich länger dauern als bei einem Fachmann. Was man bei den Kosten spart, macht der Zeitverlust wieder zunichte; gerade dann, wenn so eventuell folgende Renovierungsmaßnahmen ins Stocken geraten.

Der Handwerker macht’s

Sollten Sie sich für einen Handwerker entschieden haben, beachten Sie folgende Checkliste:

  • Kostenvoranschläge besorgen: Holen Sie sich vor der Auftragsvergabe mindestens zwei bis drei Angebote oder Kostenvoranschläge verschiedener Firmen ein. Unterschied: Kostenvoranschläge sind nicht verbindlich, Angebote in der Regel schon.
  • Qualifikationen prüfen: Ist das Handwerksunternehmen ein Innungsbetrieb? Oder ein Meisterbetrieb? Kann es aussagekräftige Referenzen vorweisen?
  • Gewerbeschein prüfen: Lassen Sie sich vom Handwerker einen gültigen Gewerbeschein zeigen – das rät die Handwerkskammer, um sich gegen Schwarzarbeiter abzusichern.
  • Auf Rechnung bestehen: Lassen Sie sich eine vollständige und korrekte Rechnung ausstellen. Sie allein sorgt dafür, dass Sie eventuell anfallende Gewährleistungs- und Garantieansprüche durchsetzen können.

Wichtig: Bei Erhaltungs-, Modernisierungs- oder Renovierungsmaßnahmen kann ein Teil der Handwerkerrechnung von der Steuer abgesetzt werden.

Der Heimwerker macht’s

Rund 300.000 Heimwerker verletzen sich jährlich in Deutschland. Wenn Sie die anfallenden Arbeiten selbst durchführen wollen, achten Sie daher auf folgende Punkte:

  • Arbeitsfläche einrichten: Sichern Sie Ihre zentrale Arbeitsstätte sorgfältig ab – besonders gegen Kinder. Positionieren Sie Ihr Werkzeug und Baumaterial so, dass es einerseits schnell erreichbar ist, andererseits nicht im Weg steht.
  • Werkzeug überprüfen: Vor dem Beginn der Arbeiten muss das Werkzeug, insbesondere Elektrogeräte, auf seine Funktionstüchtigkeit überprüft werden. Wer auf geliehene Geräte, etwa aus dem Baumarkt, zurückgreift, sollte sich diese von Fachleuten eingehend erklären lassen.
  • Arbeits- oder Schutzkleidung tragen: Je nach Arbeit und Werkzeug/Maschine können dies Arbeitshandschuhe, Arbeitsschuhe, Schutzbrillen, Mundschutz oder Gehörschutz sein. Dies ist besonders bei Arbeiten in alten Häusern oder Wohnungen nötig, bei denen der Einsatz von Gefahrstoffen wie Asbest oder giftigem Holzschutzmittel keine Seltenheit war.
  • Konzentriert arbeiten: Kleine Unachtsamkeiten beim Umgang mit Maschinen können schwerwiegende Folgen haben. Schalten Sie daher die Gerätschaften aus, wenn Sie abgelenkt werden. Und denken Sie dran: Als Heimwerker stehen Sie nicht unter Termindruck, Sie können Ihre Arbeiten in Ruhe erledigen.
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