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Businessmodell “Vergnügen”

“Die Kirmes ist des Volkes wahrer Himmel, das wusste schon Johann Wolfgang von Goethe. Seit Jahren verzeichnen Freizeit- und Vergnügungsparks in Deutschland steigende Besucherzahlen. Neue Parks werden eröffnet, so zum Beispiel im Mai 2002 ein deutsches Legoland bei Günzburg. Parallel dazu strömen nach wie vor jedes Jahr Millionen Menschen auf die klassischen Volksfeste, Jahrmärkte und Kirmesveranstaltungen. Hier waren im Geschäftsjahr 2001 die Zahlen allerdings unter die Erwartungen. Dennoch ist die Freizeitgesellschaft auf dem Vormarsch: Im zehnten Jahr seines Bestehens hat das mit erheblichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten gestartete Euro Disneyland in der Nähe von Paris Fuß gefasst. Rechtzeitig zum Jubiläum eröffnete Euro Disney im März einen neuen Themenpark, die Walt Disney Studios.

Erfolg versprechendes Marketing: Innovation und Qualität

Neue Attraktionen, ein qualitativ gutes Angebot und natürlich schönes Wetter locken alljährlich tausende Besucher in Freizeitparks.
dpa

Fast schon als Kampfbegriff macht das Wort von der “Freizeitgesellschaft die Runde. Dahinter steckt die Erkenntnis, dass sich in Deutschland das Verhältnis von Arbeit und Freizeit in den letzten Jahren immer mehr zugunsten der Freizeit verschoben hat. Ein durchschnittlicher Arbeitnehmer hat heute dreimal so viel freie Zeit wie vor 50 Jahren. Die Freizeitindustrie reagiert darauf mit immer neuen Modellen des “Erlebnismarketings.

Das sich daraus ableitende Erfolgsrezept für Vergnügungsparks kennt Christian Feuerhake, der Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Freizeitpark- und Freizeitunternehmen: “Jedes Jahr neue Attraktionen und ein qualitativ hochwertiges Gesamtangebot.

Nach Einschätzung des Verbandes Deutscher Freizeitpark- und Freizeitunternehmen muss die Konsequenz aber nicht “Größe um jeden Preis lauten. Der Verband sieht auch für kleine Vergnügungsparks gute Aussichten, wenn das Angebot stimmt. Letztlich zähle für den Besucher die Qualität. Denn es gilt: Nur wer sich amüsiert, seinen Alltag vergisst und sich nicht über einen schlecht geführten Park ärgert, ist bereit, Geld auszugeben. Diesem Rezept folgt auch Euro Disney.

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