Lexikon
Chassidịsmus
[hebräisch chasidim, Fromme]
jüdische religiöse Bewegung: 1. Als „aschkenasischer Chassidismus“ im mittelalterlichen Deutschland, eine mystische, aber populäre Parallelströmung zur Kabbala. 2. Als „osteuropäischer Chassidismus“ in der Mitte des 18. Jahrhunderts begründet durch Israel ben Elieser (genannt Baal Schem Tow), eine volkstümliche Spätform der Kabbala des 16./17. Jahrhunderts und Weiterführung von Tendenzen der Bewegung des Sabbatai Zwi. Entstanden in Osteuropa um 1700 aus Ressentiments gegen die offizielle, rabbinisch beherrschte Religion, betonte der Chassidismus Innerlichkeit und Unmittelbarkeit. Die Verehrung „charismatischer“ Leitfiguren (Zaddikim) führte im 19./20. Jahrhundert zur Ausformung dynastienartiger Gruppenführungen, die zugleich als religiöse Mittler zwischen Gott und Mensch verehrt werden. Im Judentum der Moderne ist der Chassidismus neben der Orthodoxie die konservativste Gruppierung.
Wissenschaft
In Ruhe alt werden
Manche Arten werden Hunderte Jahre alt. Andere überdauern nicht mal einen Tag. Warum ist das so? Und welche Faktoren bestimmen die Lebenserwartung? Von Rolf Heßbrügge Während das Leben der Eintagsfliege bereits wenige Tage nach ihrem Schlüpfen wieder endet, werden Grönlandhaie in den Tiefen des nördlichen Polarmeers um die 400...
Wissenschaft
Verstopft
Viele deutsche Städte sind staugeplagt. Moderne Mobilitätsdienste, neue Technologien und künftig auch vernetzte autonome Fahrzeuge sollen das ändern. Doch was taugen die Konzepte? von MICHAEL VOGEL Bis morgens um sechs ist die Welt noch in Ordnung. Dann geht es los, an jedem Werktag und in fast allen größeren deutschen Städten:...