Lexikon
Celạn
Celan, Paul
Paul Celan
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Celans Gedichte sind geprägt vom Trauma der Verfolgung und Vernichtung; ihre surrealistisch anmutende und von dunklen Metaphern geprägte Sprache ist vielfach von biblischen und chassidischen Motiven beeinflusst (erste Gedichtsammlungen „Der Sand aus den Urnen“ 1948, „Mohn und Gedächtnis“ 1952, hierin die 1945 entstandene „Todesfuge“). Ab Ende der 1950er Jahre schafft Celan eine bis zur Abstraktion verknappte und verdichtete Lyrik, deren Bilderwelt sich einer eindeutigen Interpretation entzieht; hierin zeigt sich sein Zweifel an den objektiven Ausdrucksmöglichkeiten von Sprache („Sprachgitter“ 1959; „Die Niemandsrose“ 1963; „Atemwende“ 1967). Weitere Werke: „Fadensonnen“ 1968; „Lichtzwang“ 1970; „Schneepart“ postum 1971; „Zeitgehöft. Späte Gedichte aus dem Nachlass“ 1976). Celan schrieb auch wenige kurze Prosatexte und übersetzte Dichtungen von W. Shakespeare, A. Block, O. Mandelschtam, A. Rimbaud, P. Valéry u. a.; er erhielt 1960 den Georg-Büchner-Preis.
- Erscheinungsjahr: 1952
- Veröffentlicht: Bundesrepublik Deutschland und DDR
- Verfasser:
- Deutscher Titel: Mohn und Gedächtnis
- Genre: Gedichte
Bei der Deutschen Verlags-Anstalt in Stuttgart erscheint der Gedichtband »Mohn und Gedächtnis« von Paul Celan (* 1920, † 1970). Unter dem Einfluss des Symbolismus und der französischen Surrealisten schafft Celan aus Symbolen, suggestiven Metaphern und romantischem Wortschatz eine literarische Welt, deren Grundstimmung die Melancholie ist. »Mohn und Gedächtnis« ist in vier Teile gegliedert: »Der Sand aus den Urnen«, »Todesfuge«, »Gegenlicht« und »Halme der Nacht«.
- Erscheinungsjahr: 1959
- Veröffentlicht: Bundesrepublik Deutschland und DDR
- Verfasser:
- Deutscher Titel: Sprachgitter
- Genre: Gedichte
Schon im Titel des Gedichtbands »Sprachgitter«, der im Fischer Verlag in Frankfurt am Main erscheint, deutet Paul Celan (* 1920, † 1970) auf die Ambivalenz der Sprache hin: Sie ist Voraussetzung und Mittel der Kommunikation, kann diese aber auch verhindern. Zugleich soll durch das Unausgesprochene des Gedichts der Blick wie durch ein Gitter auf das Gemeinte gelenkt werden. Gedichte, so Celan, »halten auf etwas zu. Worauf? Auf etwas Offenstehendes, Besetzbares,... auf eine ansprechbare Wirklichkeit«. In diesen Gedichten neigt Celan zu logisch schwer erfassbarer Aussage.
- Erscheinungsjahr: 1963
- Veröffentlicht: Bundesrepublik Deutschland und DDR
- Verfasser:
- Deutscher Titel: Die Niemandsrose
- Genre: Gedichte
Der unter dem Einfluss des Symbolismus und Surrealismus stehende deutschsprachige Lyriker Paul Celan (eigentl. Paul Anczel, * 1920, † 1970) widmet seine beim Verlag S. Fischer in Frankfurt am Main erschienene Gedichtsammlung »Die Niemandsrose« dem 1938 dem Terror des Stalinismus zum Opfer gefallenen russischen Dichter Ossip E. Mandelschtam, von dem er eine Reihe von Gedichten ins Deutsche übersetzt hat (1959). Leerzeilen, Wort-, Satz- und Gedichtabbrüche, Zeilensprünge u.a. verweisen auf eine Lyrik, die auf Selbstauslöschung angelegt ist. Celan konturiert »Leerformen«: »Es gab sich dir in die Hand:/ ein du, todlos,/ an dem alles Ich zu sich kam. Es fuhren/ wortfreie Stimmen rings, Leerformen, alles/ ging in sie ein...« Gott wird als »Niemand« angerufen: »Niemand knetet uns wieder aus Erde und Lehm,/ niemand bespricht unsern Staub,/ Niemand./ Gelobt seist du, Niemand.«
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