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Was ist der Gemeinwille?
Bei Jean-Jacques Rousseau verkörperte der Gemeinwille (»volonté générale«) den Gesamtwillen aller Mitglieder des Staates, der auf einem Vertrag freier und gleicher Bürger (»contrat social«) basiert und ein gesetzlich gesichertes und geordnetes Zusammenleben garantiert. Immanuel Kant (1724–1804) konkretisierte den Begriff als »allgemein gesetzgebenden Willen«. Denis Diderot (1713–1784) definierte: »Der allgemeine Wille ist in jedem Individuum ein reiner Akt des Verstandes, welcher, während die Leidenschaften schweigen, darüber nachdenkt, was der Mensch von seinesgleichen fordern kann, und darüber, was seinesgleichen von ihm zu fordern berechtigt sind.« Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770 bis 1831) stellte den Gemeinwillen über das Urteil des Einzelnen. Dabei berief auch er sich auf Rousseaus Grundsatz »Der Mensch ist frei geboren und überall liegt er in Ketten«: Hegel stellte sich vor, dass der einzelne Bürger durch Erziehung und den Staat zum Bewusstsein seiner Freiheit geführt werden sollte.
Ursache für seltene Myokarditis-Fälle nach Covid-19-Impfung gefunden
Die mRNA-Impfstoffe gegen Covid-19 haben während der Pandemie Millionen Leben gerettet. In sehr seltenen Fällen können sie allerdings eine Herzmuskelentzündung auslösen. Eine Studie hat nun die Mechanismen aufgedeckt, die dieser Nebenwirkung zugrunde liegen. Demnach können zwei Entzündungsbotenstoffe des Immunsystems infolge der...
Graben, bevor es zu spät ist
Wenn Baumaschinen oder die Folgen des Klimawandels archäologische Zeugnisse bedrohen, bedeutet das: schnellstens retten, was noch zu retten ist. von LEONI HELLMAYR Die Fotos, die Ivana Puljiz Anfang dieses Jahres gemacht hat, zeigen die Szenen einer archäologischen Grabung am Ufer eines großen Sees inmitten einer kargen...