Wissensbibliothek
Was fürchtet der Mensch?
Vor allem die Freiheit. In zahlreichen bedeutenden Werken – etwa »Entweder – Oder«, »Die Wiederholung«, »Der Begriff Angst«, »Philosophische Brocken«, »Die Krankheit zum Tode« – überträgt Kierkegaard seine eigene Lebenserfahrung in brillanter philosophischer Analyse auf die allgemeine Situation der menschlichen Existenz: Der Einzelne steht in jedem Augenblick vor einer Entscheidung, unausweichlich heißt es immer wieder »entweder – oder«. Dieser Abgrund an Möglichkeiten erweckt im Menschen unweigerlich Angst, die Angst vor der eigenen Freiheit. Woran kann sich der Einzelne in dieser Angst halten, was kann ihm als Richtschnur dienen? Entweder das Streben nach größtmöglichem Lebensgenuss – oder die Forderung, sein Handeln vor seinem eigenen Gewissen und dem Anspruch des Absoluten zu verantworten.
Beides schließt sich aus und ist dem Menschen auf Dauer nicht möglich, ohne zur Verzweiflung zu führen. Denn der Mensch ist in seinem innersten Wesen zusammengesetzt aus Leib und Seele, aus Endlichkeit und Unendlichkeit, aus Zeitlichem und Ewigem. Eine nur »ästhetische«, am Genuss orientierte Lebenshaltung akzeptiert diese eigentümliche Zusammengesetztheit der menschlichen Natur ebenso wenig wie der Versuch, ganz in einer »ethischen« Verzichthaltung aufzugehen.
Das Rätsel um den Ursprung
In der Evolutionslinie des modernen Menschen klaffen kolossale Lücken. Und weder der zeitliche Beginn ist gewiss noch die Herkunftsregion. von THORWALD EWE Jeder heute lebende Mensch ist der vorläufige Endpunkt einer langen Reihe von Vorfahren. Wo sich diese Ahnenreihen in ferner Vergangenheit treffen, müsste logischerweise...
Von Rohdaten zu Bildern: ein Labyrinth
Astronomische Fotos sind nur selten direkte Abbilder, sondern meistens das Produkt aus einem hochkomplexen Prozess der Datenverarbeitung. von MARLENA WEGNER Ein Bild kann vieles sein: ein Gemälde, eine Fotografie, eine Zeichnung, ein Spiegelbild oder die Darstellung auf einem Bildschirm. In der Wissenschaft spielen Bilder eine...