Wissensbibliothek
Was fürchtet der Mensch?
Vor allem die Freiheit. In zahlreichen bedeutenden Werken – etwa »Entweder – Oder«, »Die Wiederholung«, »Der Begriff Angst«, »Philosophische Brocken«, »Die Krankheit zum Tode« – überträgt Kierkegaard seine eigene Lebenserfahrung in brillanter philosophischer Analyse auf die allgemeine Situation der menschlichen Existenz: Der Einzelne steht in jedem Augenblick vor einer Entscheidung, unausweichlich heißt es immer wieder »entweder – oder«. Dieser Abgrund an Möglichkeiten erweckt im Menschen unweigerlich Angst, die Angst vor der eigenen Freiheit. Woran kann sich der Einzelne in dieser Angst halten, was kann ihm als Richtschnur dienen? Entweder das Streben nach größtmöglichem Lebensgenuss – oder die Forderung, sein Handeln vor seinem eigenen Gewissen und dem Anspruch des Absoluten zu verantworten.
Beides schließt sich aus und ist dem Menschen auf Dauer nicht möglich, ohne zur Verzweiflung zu führen. Denn der Mensch ist in seinem innersten Wesen zusammengesetzt aus Leib und Seele, aus Endlichkeit und Unendlichkeit, aus Zeitlichem und Ewigem. Eine nur »ästhetische«, am Genuss orientierte Lebenshaltung akzeptiert diese eigentümliche Zusammengesetztheit der menschlichen Natur ebenso wenig wie der Versuch, ganz in einer »ethischen« Verzichthaltung aufzugehen.
Bewaffnet die Stirn bieten
Horn oder Geweih: Wer trägt was und warum, und woraus besteht der Stirnaufsatz? Eine kleine zoologische Kopfschmuckkunde. von CHRISTIAN JUNG Auf dem Kopf des männlichen Hirschs sitzt ein spitzes Geweih – ein Kopfschmuck, der mit zunehmendem Alter durch Pracht und Größe beeindruckt. In Szene gesetzt durch entsprechendes...
Gähnen steckt an
Was das Gähnen über unser Einfühlungsvermögen verrät, erklärt Dr. med. Jürgen Brater. Gähnen ist eigentlich eine ziemlich unspektakuläre, alltägliche Angelegenheit. Zuerst bemerkt man nur ein Gefühl, das tief hinten zwischen Rachen und Ohren zu sitzen scheint. Dann öffnet sich der Mund ein wenig, und die Lungen saugen Luft ein....