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Die Sachsenkönige 1: Heinrich I.

Die Zentralgewalt zu Beginn des 10. Jahrhunderts

Der rasch fortschreitende Zerfall des Karolingerreiches nach dem Tod Karls des Großen hatte in Europa zu einem Machtvakuum geführt, das die Feinde des Reiches zu Eroberungen geradezu einlud. Wikinger, Sarazenen (Araber) und vor allem die Ungarn plünderten alljährlich Gebiete des West- und Ostfrankenreiches. Der Autoritätsverlust der Könige und die dadurch bedingte steigende Macht der Stammesherzöge, die sich ständig mit dem geistlichen Adel rieben, machten eine gemeinsame Abwehr unmöglich. Jeder organisierte auf eigene Faust, ohne die Wiederholung der Einfälle verhindern zu können. Der König stand vor einer kaum lösbaren Aufgabe. Während er selbst nur ein "Erster unter Gleichen" ("primus inter pares") gegenüber den Stammesherzögen war, kurz vor der Wahl noch einer der ihren, musste er nach der Erwählung versuchen, die königliche Zentralgewalt durch Beschneidung der herzoglichen Macht zu steigern und seine Fähigkeiten durch siegreichen Kampf gegen die Reichsfeinde zu beweisen. Kein Wunder, wenn 911, nach dem Tod des letzten Karolingers im Ostfrankenreich, der Herzog von Sachsen, Otto der Erhabene, die angebotene Königskrone ablehnte. Aber zusammen mit den Franken entschied man sich auf fränkischem Boden, in Forchheim, für einen Dynastiewechsel und wählte den Frankenherzog Konrad zum neuen König. Seine fehlende Autorität und Legitimität (er war ja kein Karolinger) suchte er durch Anlehnung an die Geistlichkeit auszugleichen. Aber selbst deren "ideologische" Unterstützung half wenig, weil Konrad I. auch im Kampf kein Glück hatte. Und wer auch da versagte, war nicht der Erwählte Gottes, denn man glaubte, dass erst am Sieg über den Gegner zu erkennen sei, wie viel Stärke Gott dem Herrscher verliehen habe. Konrad resignierte, der Tod enthob ihn 919 weiterer Enttäuschungen. Es spricht für diesen Herrscher, dass er uneigennützig die Krone dem Besten weitergeben wollte und zumindest in seiner Todesstunde Reichsinteressen persönlichem Machtdenken entschieden voranstellte. Sein Bruder Eberhard bekam daher als Vermächtnis mit auf den Weg, für die Königserhebung des Sachsenherzogs Heinrich zu sorgen, eines Sohnes Ottos des Erhabenen.

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