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GROßES WöRTERBUCH DER DEUTSCHEN SPRACHE
Enzyklopädie:
Das Wort ist die Übersetzung des französischen
encyclopédie
, das wiederum aus dem lateinischen
encyclopaedia
bzw. dem griechischen
egkyklopaideía
abgeleitet ist und „(Grund)Lehre aller Wissenschaften und Künste“ bedeutet (aus griechisch
enkyýklios
„rund“, „im Kreise gehend“ +
paideia
„Lehre“, „(Aus)Bildung“. Unter
Enzyklopädie
versteht man ein Nachschlagewerk, in dem das Wissen eines Fachgebiets in systematischer Form dargestellt, „eingekreist“, ist. Das gilt in Buchform wie in moderner, elektronischer Fassung.
Enzyklopädien gab es bereits in der Antike, doch erlebten sie ihre Blütezeit im 18. Jahrhundert. Die von den Franzosen Denis Diderot (17131784) und JeanleRond d'Alembert (17171783) herausgegebene „Encyclopédie“ ist eine der bedeutendsten Leistungen der Wissenschaft jener Zeit. Ihr Ziel war es laut Diderot, „die allgemeine Denkweise zu verändern“. Damals entstand auch in England die „Encyclopaedia britannica“ und in Deutschland Johann Heinrich Zedlers 68 Bände umfassendes „Grosses vollständiges UniversalLexikon aller Wissenschaften und Künste“. Aus den Enzyklopädien entwickelte sich im 19. Jahrhundert dann das Konversationslexikon.
Als
Enzyklopädist
bezeichnete man einen Mitarbeiter an dieser „Encyclopédie“. Dagegen ist
Enzyklopädiker
der allgemeine Ausdruck für den Verfasser einer Enzyklopädie.
Die gleiche griechische Wortwurzel
enkyklios
„rund“, „im Kreise gehend“ hat der Begriff
Enzyklika
. Er bezeichnet ein päpstliches Rundschreiben, also ein gedrucktes Lehrschreiben an den gesamten Episkopat oder einen Teil der Kirche. Diese Form wurde von Papst Benedikt XIV. (17401758) eingeführt.
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