Bildwb

Unternehmen: Produzent und Arbeitgeber

Was ist das Hauptziel jedes Unternehmers?

Natürlich Gewinn zu machen – oft, aber nicht notwendigerweise, einen möglichst großen Gewinn (»Gewinnmaximierung«). Zu diesem Zweck stellt ein Unternehmen Güter oder Dienstleistungen für den Markt her. Es kann lediglich aus seinem Eigentümer, dem Unternehmer, bestehen oder noch weitere Arbeitskräfte umfassen.

Während der Begriff des Unternehmens die (dauerhafte) finanzielle und rechtliche Einheit bezeichnet, handelt es sich beim Betrieb um eine technische Organisationseinheit. Der allgemeine Sprachgebrauch unterscheidet beide Begriffe oft nicht, auch weil viele Unternehmen aus nur einem Betrieb bestehen. Allerdings kann ein Unternehmen viele Betriebe umfassen, die sogar in völlig verschiedenen Wirtschaftszweigen tätig sein können.

Wofür benötigt ein Unternehmen Kapital?

Um selbst Sachgüter herstellen oder Dienstleistungen anbieten zu können. Kapital gehört wie Rohstoffe, Maschinen, Boden, Arbeitskraft und Know-how zu den Produktionsfaktoren, die klassisch unter den Begriffen Arbeit, Boden und Kapital zusammengefasst werden.

Wichtigster Produktionsfaktor ist die Arbeit, also die körperliche und geistige Tätigkeit des Menschen im Produktionsprozess; ohne sie können die anderen Produktionsfaktoren nicht genutzt werden. Unter den Produktionsfaktor Boden fällt das Land, auf dem das Unternehmen seinen Sitz hat oder das es (z. B. in der Landwirtschaft) nutzt. Auch aus der Natur stammende Rohstoffe wie Holz und Naturkräfte über, auf oder in der Erde (z. B. Wasserkraft, Windenergie) werden dem Boden zugerechnet. Zum Produktionsfaktor Kapital zählen neben Geld auch alle erwerbbaren Güter (z. B. Maschinen), die das Unternehmen im Produktionsprozess verwendet.

Warum können wir unsere Arbeit verlieren?

Unternehmen entlassen Mitarbeiter, weil Arbeit, zumindest in den Industriestaaten, ein sehr kostenintensiver Produktionsfaktor ist. Insbesondere in konjunkturell schwachen Zeiten versuchen daher Unternehmen, menschliche Arbeitskraft durch Maschinen – und somit den Faktor Arbeit durch den Faktor Kapital – zu ersetzen. Diesen Prozess, bei dem viele Arbeitnehmer ihren Arbeitsplatz verlieren, nennt man Rationalisierung.

Außerdem lagern gerade große Unternehmen die Produktion immer häufiger in sog. Niedriglohnländer aus, um Herstellungskosten zu sparen. Dadurch gehen in den Industrieländern Arbeitsplätze in der Produktion verloren. Umgekehrt, aber nicht im gleichen Maße, entstehen besonders im Dienstleistungsbereich auch neue Stellen (»Strukturwandel«).

Wann investiert ein Unternehmen?

In der Regel nur dann, wenn es sich zumindest auf längere Sicht höhere Einnahmen, das heißt größere wirtschaftliche Erfolge auf dem Markt verspricht.

Zur Produktion von Waren und Dienstleistungen sind immer auch Produktionsmittel notwendig. Dazu gehören z. B. Maschinen. Von einer Investition spricht man, wenn ein Unternehmen den Bestand an Produktionsmitteln erhöht, ersetzt oder erneuert. Investitionen sind allerdings nicht nur mit den Anschaffungskosten verbunden. Muss ein Kredit aufgenommen werden, fallen Zinsen an. Auch entgangene Zinsen und Gewinne, die das Unternehmen bei einem Verzicht auf die Investition hätte erwirtschaften können, zählen zu den Kosten einer Investition.

Welche Unternehmensrechtsformen gibt es?

Die grundlegenden Rechtsformen sind Einzelunternehmung, Personen- und Kapitalgesellschaft.

Zu den Personengesellschaften zählen u. a. die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR, auch BGB-Gesellschaft), die Offene Handelsgesellschaft (OHG) und die Kommanditgesellschaft (KG). Die wichtigsten Kapitalgesellschaften sind die Aktiengesellschaft (AG; bzw. Europäische Aktiengesellschaft, SE) und die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH).

Die Rechtsform eines Unternehmens hat wichtige Konsequenzen u. a. auf dessen Führungsstruktur, Rechnungslegungs- und Prüfungspflichten, seine Ausstattung mit Eigen- und Fremdkapital und nicht zuletzt auf die Haftung im Falle einer Insolvenz. Bei Unternehmensneugründungen muss über die Rechtsform entschieden werden. Sie kann auch während des Geschäftsbetriebs geändert werden, falls eine andere sinnvoller erscheint. Auch Rechtsformen aus anderen EU-Staaten wie die britische Limited können inzwischen gewählt werden.

Wer haftet für ein Unternehmen?

Das hängt vor allem von der Rechtsform ab. Bei der Einzelunternehmung haftet der Unternehmer allein mit seinem Geschäfts- und Privatvermögen für Schulden oder andere Verbindlichkeiten.

Ähnlich ist es bei den Personengesellschaften. Zu ihrer Gründung sind mehrere Gesellschafter nötig, die alle mit ihrem Privatvermögen (und einer eventuellen Geschäftseinlage) für Verbindlichkeiten des Unternehmens haften. Eine Ausnahme gibt es bei der Kommanditgesellschaft: Neben mindestens einem persönlich haftenden Gesellschafter, dem Komplementär, gibt es einen oder mehrere Kommanditisten, für den/die die Haftung auf eine bestimmte Summe begrenzt ist.

Anders verhält es sich bei Kapitalgesellschaften. Zu ihrer Gründung bedarf es eines Stammkapitals (bei der GmbH) bzw. Grundkapitals (bei der AG). Die Haftung ist auf das Unternehmensvermögen und auf dieses Stamm- bzw. Grundkapital beschränkt, eine persönliche Haftung der GmbH-Gesellschafter oder der Aktionäre darüber hinaus besteht nicht. Davon unbenommen ist jedoch die Haftung für schuldhaftes Handeln, z. B. im Falle einer vorsätzlich herbeigeführten Insolvenz (Bankrott).

Warum fusionieren Unternehmen?

Zahlreiche Motive können den Ausschlag geben. Oft sollen durch eine Ausweitung der Produktion die Stückkosten gesenkt werden. Auch das Vordringen in neue Produktbereiche oder das Erschließen ausländischer Märkte können durch eine Fusion begünstigt werden.

Durch eine Fusion verliert zumindest ein Unternehmen seine rechtliche Selbständigkeit, oft sogar beide. Bei der Bildung eines gemeinsamen Konzerns bleibt die rechtliche Selbständigkeit der einzelnen Konzernteile zwar erhalten, der gesamte Konzern steht jedoch unter einer Leitung, die auch die wichtigen wirtschaftlichen Entscheidungen trifft. Durch Fusionen über die Landesgrenzen hinweg entstehen multinationale Unternehmen. Das sind Unternehmen, die Produktionsstätten in wenigstens zwei Ländern unterhalten.

Große Unternehmensübernahmen und -fusionen sind in der Regel zustimmungsbedürftig. In Deutschland z. B. wacht das Bundeskartellamt darüber, dass durch eine Fusion kein marktbeherrschendes Unternehmen entsteht, das ein Monopol über ein bestimmtes Gut ausüben könnte. Durch diese Kontrolle soll der Wettbewerb gewährleistet bleiben.

Warum ist Massenproduktion günstiger?

Oft gelingt es Unternehmen, durch eine Erhöhung der Produktion die Kosten pro produzierter Einheit (Stückkosten) und damit auch den späteren Verkaufspreis zu senken.

Die Produktionskosten setzen sich aus fixen und variablen Kosten zusammen. Zu den fixen Kosten zählen alle Kosten, die einem Unternehmen unabhängig vom Umfang der Produktion entstehen. Dazu gehören die Löhne und Gehälter für die Beschäftigten, die Mietkosten oder abzuzahlende Kredite. Variable Kosten sind alle Kosten, die vom Umfang der Produktion abhängig sind, etwa Aufwendungen für Rohstoffe und Energie. Je mehr ein Unternehmen produziert, desto weniger fallen die fixen Kosten ins Gewicht – die Stückkosten sinken.

Was ist das ökonomische Prinzip?

Das ökonomische Prinzip oder Wirtschaftlichkeitsprinzip ist ein Grundsatz des wirtschaftlichen Handelns mit dem Ziel der optimalen Nutzung der eigenen wirtschaftlichen Möglichkeiten. Es kann als Maximum- oder Minimumprinzip formuliert werden. Beim Maximumprinzip wird mit den vorhandenen Mitteln das bestmögliche Ergebnis angestrebt. Beim Minimumprinzip soll ein gegebenes Ziel mit dem kleinstmöglichen Aufwand erreicht werden.

Das könnte Sie auch interessieren