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LEXIKON

Friedensbewegung

Sammelbezeichnung für politische Bewegungen, die sich für Abrüstung und ein friedliches Zusammenleben der Völker einsetzen. Sie fordern die Herstellung sozialer, politischer und ökonomischer Bedingungen, die Krieg nicht länger begünstigen. Die Friedensbewegung lehnt sich an Traditionen des Pazifismus an.
In der Bundesrepublik Deutschland formierte sich, ausgehend von der Anti-Atomtod-Kampagne der 1950er Jahre und der Ostermarschbewegung der 1960er Jahre, nach dem NATO-Doppelbeschluss von 1979 eine neue Friedensbewegung. Ihre bevorzugten Aktionsmittel wurden Unterschriftensammlungen, Aufrufe und Demonstrationen. Personell und institutionell kam es zu einer starken Verankerung der Friedensbewegung in der evangelischen Kirche sowie in links orientierten Gruppen und in der alternativen Bewegung. Zum Teil wurde die Friedensbewegung durch kommunistische Strömungen instrumentalisiert. In den USA entstand die Freeze-Bewegung, die sich für ein Einfrieren der atomaren Rüstung engagierte. Ansätze einer Friedensbewegung in der DDR gingen besonders von kirchlichen Kreisen aus und trugen nicht unwesentlich zum politischen Umbruch 1989 bei. Aus dem durch den Zusammenbruch der kommunistischen Herrschaftssysteme in Europa eingetretenen Wandel der globalen politischen und militärischen Kräfteverhältnisse ergaben sich auch für die Friedensbewegung neue Probleme und Perspektiven. Der NATO-Einsatz gegen Jugoslawien 1999 und der Irakkrieg 2003 verdeutlichten beispielhaft die Risiken einer nicht mehr bipolar ausgerichteten Weltordung.
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