Daten der Weltgeschichte
21. 11. 1995, Frieden von Dayton im Ex-Jugoslawien-Krieg
International
Die Präsidenten von Bosnien-Herzegowina (Alija Izetbegović), Kroatien (Franjo Tudjman) und Serbien (Slobodan Milošević) paraphieren in Dayton (US-Bundesstaat Ohio) das Friedensabkommen zur Beendigung des Balkankriegs. Bosnien-Herzegowina soll in seinen bisherigen Grenzen bestehen bleiben, jedoch aus zwei autonomen Teilstaaten, der muslimisch-kroatischen Föderation (51% des Gebiets) und der Serbischen Republik in Bosnien (49%) bestehen. Die zentralen Institutionen (Präsidentschaft mit rotierendem Vorsitz, Regierung, Parlament, Verfassungsgericht und Zentralbank) sind nur zuständig für Außenpolitik, Außenhandel, Währungspolitik und Staatsbürgerschaft. Eine internationale Friedenstruppe (IFOR) soll an die Stelle der Schutztruppe der Vereinten Nationen treten und die Einhaltung des Waffenstillstands sowie die Truppenentflechtung überwachen. Ein internationales Hilfsprogramm soll den Wiederaufbau des zerstörten Landes erleichtern. Obwohl alle Bürger Bosniens das Recht erhalten, sich frei zu bewegen, Flüchtlinge in ihre Heimatorte zurückkehren dürfen und Kommunen gemeinsam verwaltet werden sollen, stellt das Abkommen faktisch die Anerkennung der im Bürgerkrieg hergestellten Besitzverhältnisse der nach wie vor verfeindeten ethnischen Gruppen dar.
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