Lexikon

Waldorfschulen

staatlich anerkannte, freie öffentliche Schulen, in denen auf der Grundlage der Pädagogik Rudolf Steiners unterrichtet wird. Sie sind konfessionsfreie Einheitsschulen und zeichnen sich durch kollegiale Selbstverwaltung der Lehrerschaft und aktive Mitarbeit der Eltern aus. Die Waldorfschulen sind Gesamtschulen, in denen Kinder aller Bevölkerungsschichten und Begabungsrichtungen eine gemeinsame Bildung erhalten. Die Schüler durchlaufen ohne Sitzenbleiben 12 Schuljahre, besonders befähigte Schüler werden in einem 13. Schuljahr auf das Abitur vorbereitet. Die Unterrichtsinhalte sind den kindlichen Entwicklungsstufen angepasst, richten sich nach individuellen Veranlagungen und Begabungen und erstreben einen Ausgleich zwischen wissenschaftlichen Fächern und künstlerisch-praktischer Betätigung. Das traditionelle Fächer- und Zensurensystem wurde zugunsten einer geschlossenen Behandlung von Sachgebieten sowie von Lernentwicklungsberichten aufgegeben. Der Schultag gliedert sich in Hauptunterricht, Epochen- bzw. Blockunterricht (jeweils 6 Wochen), lehrgangsartigen Unterricht (z. B. Fremdsprachen) sowie künstlerisch-praktisches Arbeiten. In den Klassen 1 bis 8 herrscht das Klassenlehrerprinzip vor, die Klassen 9 bis 12 werden von spezialisierten Fachlehrern unterrichtet. Für alle Altersstufen gibt es das von Rudolf Steiner entwickelte Fach Eurythmie. Die Schüler erlangen als reguläre Abschlüsse die mittlere Reife, die Fachhochschulreife oder das Abitur.
Die erste Waldorfschule wurde von Rudolf Steiner 1919 im Auftrag von Emil Molt (*1876, 1936), dem Leiter der Waldorf-Astoria-Zigarettenfabrik, für die Kinder der Beschäftigten in Stuttgart gegründet. 19381945 waren die Waldorfschulen in Deutschland verboten. Heute gibt es in Deutschland 212, im restlichen Europa rund 465 und auf den übrigen Kontinenten rund 290 Waldorfschulen. Neben den Waldorfschulen bestehen auch Waldorf-Kindergärten.
Kinder, Herzfehler
Wissenschaft

Kindern das Leben retten

Durch Möglichkeiten der modernen Medizin überleben inzwischen viele Kinder mit angeborenem Herzfehler. von SUSANNE DONNER Die ersten zwei Jahre nach der Geburt ihres Sohnes würden schwer werden, sagten die Ärzte Beate Lehmann (Name geändert) während ihrer Schwangerschaft. Sie hatten zwischen der 19. und 21. Schwangerschaftswoche...

Fischer_02.jpg
Wissenschaft

Der klügste Mensch, von dem kaum jemand gehört hat

Manchmal tauchen in der Wissenschaftsgeschichte Figuren auf, von denen man meint, sie als die klügsten Menschen auf dem Erdball feiern zu müssen. Der amerikanische Physiker Richard Feynman (1918 bis 1988) wurde von vielen Zeitgenossen so eingeschätzt. Genau wie der aus Ungarn stammende Mathematiker John von Neumann (1903 bis 1957...

Weitere Lexikon Artikel

Weitere Artikel aus dem Bereich Gesundheit A-Z

Mehr Artikel zu diesem Thema

Weitere Artikel aus dem Großes Wörterbuch der deutschen Sprache

Weitere Artikel aus dem Vornamenlexikon