Lexikon
Argentinien
Die neue Demokratie
1983 gewann die UCR die ersten freien Wahlen. Ihr Führer Raúl Alfonsín wurde Staatspräsident. Die Aufarbeitung der Diktatur führte 1985 zur Verurteilung mehrerer Mitglieder des Militärregimes. 1989 geriet das Land in eine tiefe Wirtschaftskrise, die im selben Jahr den Peronisten mit Carlos Saúl Menem an der Spitze die Rückkehr zur Macht ebnete. Eine Amnestie für inhaftierte ehemalige Junta-Mitglieder stieß auf scharfe öffentliche Kritik. Seit 1992 verbesserte sich die ökonomische Lage Argentiniens zunehmend. Der wirtschaftliche Erfolg wurde jedoch mit großen sozialen Härten erkauft. Die Aufdeckung zahlreicher Korruptionsfälle in Politik und Verwaltung konnte die starke innenpolitische Position Menems nicht erschüttern. Nach der Verfassungsreform 1994 wurde er bei den Wahlen 1995 in seinem Amt bestätigt.
Seit 1998 litt Argentinien an einer deutlichen konjunkturellen Abschwächung, die die hohe Arbeitslosigkeit verstärkte. 1999 gewann Fernando de la Rúa, Kandidat der linksliberalen Opposition, die Präsidentschaftswahlen. Die neue Regierung sah sich mit einer schweren wirtschaftlichen Rezession konfrontiert, die das Land bis in die Zahlungsunfähigkeit führte. Nach schweren Unruhen trat Präsident de la Rúa 2001 zurück. Nachfolger wurde zunächst Eduardo Duhalde. Vorzeitige Präsidentschaftwahlen 2003 gewann dann der Peronist Néstor Kirchner. Seiner Regierung gelang es im Gefolge des weltweiten Rohstoffbooms, von dem besonders die argentinische Agrarindustrie profitierte, die schwere wirtschaftliche Krise zu überwinden. Gleichzeitig schuf Kirchner durch die Aufhebung von Amnestiegesetzen die Voraussetzung für eine juristische Aufarbeitung der Menschenrechtsverletzungen während der Zeit der Militärdiktatur. In der Außenpolitik belastete ein Konflikt um den Bau zweier Zellulosefabriken an der gemeinsamen Grenze seit 2006 die Beziehungen zu Uruguay. Die Präsidentschaftswahlen 2007 gewann Cristina Fernández de Kirchner, die Ehefrau des bisherigen Staatschefs und Kandidatin der peronistischen Gruppierung Frente para la Victoria. Eine von der Regierung per Erlass durchgeführte Erhöhung der Exportsteuer für bestimmte Getreideprodukte führte 2008 zu Streik- und Blockadeaktionen der Landwirte. Das Gesetz über diese Steuermaßnahme scheiterte schließlich im Juli 2008 im Senat. Damit musste die Präsidentin eine schwere innenpolitische Niederlage hinnehmen. Das von Frente para la Victoria repräsentierte Kirchner-Lager verzeichnete bei vorgezogenen Teilwahlen zum Kongress 2009 starke Stimmenverluste. 2010 verstarb überraschend N. Kirchner, über dessen erneute Kandidatur für das Präsidentenamt spekuliert worden war. Seine Witwe wurde bei den Wahlen 2011 im Amt bestätigt.
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