Lexikon
Böll, Heinrich: Haus ohne Hüter
- Erscheinungsjahr: 1954
- Veröffentlicht: Bundesrepublik Deutschland und DDR
- Verfasser:
- Deutscher Titel: Haus ohne Hüter
- Genre: Roman
In dem beim Verlag Kiepenheuer & Witsch in Köln erscheinenden Roman »Haus ohne Hüter« wendet sich Heinrich Böll (* 1917, † 1985) einem zentralen sozialen Problem in der Nachkriegswirklichkeit der Bundesrepublik Deutschland zu: Dem Schicksal der Frauen, deren Männer Opfer des Zweiten Weltkriegs wurden und deren Kinder nun ohne Väter aufwachsen müssen. Erzählt wird fast durchweg in erlebter Rede, abwechselnd aus der Sicht der befreundeten, aus verschiedenen sozialen Schichten stammenden vaterlosen Jungen Martin und Heinrich sowie aus der Sicht der Erwachsenen. Die Gesellschaftskritik des Romans ergibt sich im Wesentlichen aus dem moralischen Rigorismus der Jugendlichen; sie betrifft vor allem soziale Ungerechtigkeit, religiöse Heuchelei und von Doppelmoral gekennzeichnete Erziehungsmaximen. Zugleich zeigt der Roman, wie in den Bereichen Kultur und Presse alte faschistische Positionen – zeitgemäß umgewandelt – in der jungen Bundesrepublik weiterhin wirksam sind.
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