Wissensbibliothek
Treffen Vorhersagen immer ein?
Nicht unbedingt, wie das folgende Beispiel sehr plastisch zeigt: »Im Jahr 2000 lebt praktisch die gesamte Weltbevölkerung von 15 Milliarden Menschen in einer einzigen Stadt namens Ecumenopolis, die etwa 10 % der Landfläche bedeckt und hauptsächlich aus 300 Stockwerken hohen Wohntürmen besteht. Der Rest der Erdoberfläche ist geschütztes Grünland. Nur noch die Hälfte der Bürger geht (bei einer Viertagewoche) einer Erwerbstätigkeit nach, 20 % arbeiten gar nicht mehr. Schwere körperliche Arbeit ist auf Roboter übertragen worden, intelligente Systeme übernehmen auch Dienstleistungen. Infektionskrankheiten und Krebs sind durch Biotechnologie ausgerottet, unter gewaltigen Kunststoffkuppeln wird genug Nahrung für alle erzeugt. Für die Energieerzeugung sorgen 20 000 Kernreaktoren oder gewaltige Sonnenkraftwerke im All.«
Solche Visionen entstanden in den 1950er und 1960er Jahren. Sie waren geprägt vom Vertrauen in die Machbarkeit technischer Visionen. Heute wissen wir: Die Entwicklung ist so nicht eingetreten, hier war man zu sehr dem Denken der technischen Machbarkeit und des immer währenden Fortschritts verhaftet. Die »Befreiung der Menschen von der Arbeit« erleben wir heute aber sehr wohl, wenn auch nicht wie damals gedacht als freiwilligen Verzicht auf Arbeit bei wachsendem Wohlstand, sondern als strukturelle Massenarbeitslosigkeit und Verarmung.
Um die Qualität der Prognosen zu verbessern, wurden verschiedene Methoden entwickelt, etwa die Delphi-Befragung, die Simulation und die Szenariotechnik. Viele dieser Methoden werden auch bei der Technikfolgenabschätzung verwendet.
KI-Sprachmodell analysiert und entwirft DNA-Sequenzen
Mit einem Wortschatz von lediglich vier Buchstaben kodiert die DNA in Millionen von Basenpaaren die genetische Information. Diese „Sprache des Lebens“ hat nun ein neues KI-Modell gelernt, das nach dem gleichen Prinzip funktioniert wie große Sprachmodelle. Das Modell namens Evo wurde mit 2,7 Millionen Genomen von Bakterien und...
Zuckerrüben im MRT
Nutzpflanzen werden heute mit High-End-Technologie erforscht, die bislang nur in der Medizin eingesetzt wurde. Forschende wollen herausfinden, wie sie auf veränderte Umweltfaktoren reagieren. von TAMARA WORZEWSKI Es fühlt sich wie Leistungssport an, 30 Zuckerrübenpflanzen in je drei Kilogramm schwere Spezialbehälter umzutopfen....