Lexikon

Der Busboykott in Montgomery

Der Busboykott in Montgomery
Martin Luther King schildert den Ausgangspunkt des ein Jahr währenden Busboykotts in Montgomery, wo er seit 1954 Prediger war, und mit dem 1954 die schwarze Bürgerrechtsbewegung begann (in: Freiheit - Aufbruch der Neger Nordamerikas 1965):.

Die beiden Gemeinschaften der Neger und Weißen gingen gleichsam getrennte Wege. Sie fuhren zusammen zur Arbeit, jedoch scharf abgegrenzt jeder in einem anderen Teil des Busses.
Der Frieden zwischen den Rassen, wie er in Montgomery bestanden hatte, war kein christlicher Frieden. Es war ein heidnischer Frieden, und er war zu einem hohen Preis erkauft worden.
Besonders fragwürdig war schon lange der Frieden in den durch die ganze Stadt fahrenden Omnibussen.
Hier wurden die Neger täglich an die Schande der Segregation erinnert. Es gab keine Negerchauffeure. Einige der weißen Busfahrer waren höflich, aber sehr viele hatten nichts als beleidigende Schimpfworte wie 'Nigger', 'schwarze Kühe', und 'schwarze Affen' für die Neger.
Häufig bezahlten die Neger ihr Fahrgeld an der vorderen Tür und mussten dann wieder aussteigen und hinten einsteigen. Dabei kam es oft vor, dass sie zwar ihr Geld bezahlt hatten, der Bus aber abfuhr, ehe sie die Hintertür erreicht hatten.
Noch erniedrigender war es für die Neger, dass man sie zwang, vor leeren Sitzen, die nur für Weiße reserviert waren, zu stehen. Auch wenn keine Weißen mitfuhren und die Neger sich eng zusammendrängen mussten, durften sie die zehn Plätze der ersten vier Reihen nicht benutzen. Aber man ging noch weiter. Wenn die weißen Fahrgäste schon sämtliche für sie reservierten Plätze eingenommen hatten und noch mehr Weiße zustiegen, wurden die Neger, die direkt hinter den Weißen saßen, aufgefordert, aufzustehen, damit sich die Weißen setzen konnten. Wenn sich die Neger weigerten, aufzustehen und nach hinten zu gehen, wurden sie verhaftet.
In den meisten Fällen fügten sie sich ohne Protest. Gelegentlich aber gab es auch Neger wie Vernon Johns, die sich weigerten.
Ein paar Monate nach meiner Ankunft in Montgomery wurde eine fünfzehnjährige Schülerin der Mittelschule (High School), Claudette Colvin, aus dem Bus gezerrt, mit Handschellen gefesselt und ins Gefängnis geworfen, weil sie sich geweigert hatte, einem weißen Fahrgast ihren Platz abzutreten. Diese Ungeheuerlichkeit schien die Neger aufzurütteln. Man sprach davon, dass man als Protest die Busse boykottieren wolle.
HR_Schuelerlabor1.jpg
Wissenschaft

Die Quanten-Arena

Wo die Gesetze der Quantenmechanik das Zepter führen, stoßen klassische Experimente und selbst die leistungsstärksten Supercomputer an ihre Grenzen. Doch es gibt einen anderen Weg, um neue Erkenntnisse über den Mikrokosmos zu gewinnen: das Konzept der Quantensimulation. von RALF BUTSCHER Wenn Johannes Zeiher die Steuerung für...

scienceb.jpg
Wissenschaft

Weißt du, wie viel Sternlein stehen?

Es gibt Fragen, denen man ihren wissenschaftlichen Inhalt sofort ansieht. Zum Beispiel: „Ist die Fermi-Quelle 4FGL J1824.2+1231 ein Übergangs-Millisekundenpulsar?“ Das ist übrigens der Titel einer echten wissenschaftlichen Fachpublikation aus dem Jahr 2025, und falls es Sie interessiert: Die Antwort lautet „höchstwahrscheinlich...

Weitere Artikel aus dem Wahrig Herkunftswörterbuch

Weitere Artikel aus dem Vornamenlexikon