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LEXIKON

Der Reigen

  • Deutscher Titel: Der Reigen
  • Original-Titel: LA RONDE
  • Land: Frankreich
  • Jahr: 1950
  • Regie: Max Ophüls
  • Drehbuch: Jacques Natanson, nach dem gleichnamigen Theaterstück von Arthur Schnitzler
  • Kamera: Christian Matras
  • Schauspieler: Adolf Wohlbrück, Simone Signoret, Danielle Darrieux, Jean-Louis Barrault
  • Auszeichnungen: Filmfestival Venedig 1951 für Drehbuch und Ausstattung
Die internationale Premiere des Max-Ophüls-Films »Der Reigen« am 27. 8. 1950 bei der Biennale in Venedig löst heftige Diskussionen aus. Wie der literarischen Vorlage von Arthur Schnitzler werfen ihre Gegner der Liebeskomödie Unmoral vor. In den USA, wo der Film an Freizügigkeit alles übertrifft, was bislang gezeigt wurde, belegen die Behörden den Film bis 1954 mit einem Aufführungsverbot.
Ein »Spielführer« leitet kommentierend durch einen Reigen von Liebesepisoden: Eine Dirne trifft einen Soldaten, der ein Stubenmädchen verehrt. Das Mädchen verführt aber den Sohn ihrer Dienstgeber, er wiederum geht ein Verhältnis mit einer verheirateten Dame ein. Deren Mann betrügt sie mit Grisette, die einen Dichter liebt. Doch der Poet entscheidet sich für eine Schauspielerin, die einem Leutnant zugetan ist. Letzterer schließt den Reigen, als er der Dirne begegnet.
Max Ophüls leitet mit dem filmischen Meisterwerk seine französische Periode ein, die den Abschluss seines Schaffens darstellt. Ironisch setzt er sich mit menschlichen Schwächen auseinander und hebt das Motiv des Reigens durch gleitende Kameraführung und Montage auch auf die formale Ebene.
Darüber hinaus vereint Ophüls in seinem Film eine Riege der populärsten französischen Schauspieler der 50er Jahre. Perfekte Ergänzung der Dramaturgie ist die Walzermusik von Oscar Straus.
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