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LEXIKON

Der Untertan

  • Deutscher Titel: Der Untertan
  • Original-Titel: DER UNTERTAN
  • Land: Deutschland
  • Jahr: 1951
  • Regie: Wolfgang Staudte
  • Drehbuch: Fritz Staudte, Wolfgang Staudte, nach einem Roman von Heinrich Mann
  • Kamera: Robert Baberske
  • Schauspieler: Werner Peters, Renate Fischer, Sabine Thalbach, Paul Esser
Diederich Heßling ist ein autoritätshöriger Verfechter konservativen Denkens in der Kaiserzeit. Schon in der Kindheit durch die lieblose Strenge seines Vaters für das Leben geprägt, kehrt Heßling als Erwachsener seine reaktionäre Gesinnung mit Inbrunst und Leidenschaft nach außen. Die Heirat mit einem Mädchen lehnt er ab, weil sie nicht mehr »ehrbar« in die Ehe geht dies allerdings durch ihn. Nach dem Tod seines Vaters übernimmt er dessen Fabrik und leitet sie mit einer Härte, die bald die Unzufriedenheit der Arbeiter provoziert. Es gelingt Heßling schließlich, sich durch Denunziantentum und Anbiedern an den richtigen Stellen zum Stadtverordneten hochzudienen. Er heiratet wohl überlegt die vermögende Guste und erlebt bei der Hochzeitsreise den berauschenden Höhepunkt seines bisherigen Lebens: Er darf demütiger Zeuge einer Kaiserparade werden. Nun setzt sich Heßling für den Bau eines Kaiserdenkmals in seiner Stadt ein. Am Tag der Enthüllung werden die versammelten Gäste durch einen Wolkenbruch vertrieben. Heßling bleibt als Einziger, völlig durchnässt, vor dem Denkmal stehen.
Wolfgang Staudte gelingt mit seiner bissigen Heinrich-Mann-Verfilmung eine brilliante Satire auf Untertanengeist und Doppelmoral des wilhelminischen Zeitalters. Die international anerkannte und ausgezeichnete DEFA-Produktion bleibt in der Bundesrepublik sechs Jahre lang verboten, ehe sie 1957 zugelassen wird in einer gekürzten Fassung und mit einem relativierenden Vorspann versehen. Trotzdem erntet sie wütende Reaktionen von der westdeutschen Filmkritik.
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