Lexikon

Finnland

Von der Balance zwischen den Blöcken zur Westorientierung

Staatspräsident wurde 1946 Juho Kusti Paasikivi. 1948 schloss Finnland einen Freundschafts- und Beistandspakt mit der UdSSR, an dem sich die finnische Außen- und Innenpolitik in der Folgezeit orientierte. Paasikivis Nachfolger wurde 1956 Urho Kaleva Kekkonen. Trotz der Sonderbeziehungen zur UdSSR entwickelte sich Finnland zu einem modernen Industrie- und Wohlfahrtsstaat, der 1955 Mitglied des Nordischen Rates wurde. Finnland fungierte als neutraler Mittler zwischen NATO und Warschauer Pakt und gab den Anstoß zur Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE). 1982 übernahm Mauno Koivisto das Amt des Staatspräsidenten. 1986 wurde das Land EFTA-Mitglied.
Das Ende der Sowjetunion erlaubte Finnland die außenpolitische Neuorientierung. Mit dem Beitritt zur EU (1995) und zur Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (1999) vollzog das Land die Integration in den Westen, blieb militärisch aber bündnisfrei. 2000 trat eine neue Verfassung in Kraft, die die Befugnisse des Staatspräsidenten einschränkte. Im gleichen Jahr wurde die Sozialdemokratin Tarja Halonen als erste Frau an die Staatsspitze gewählt (Wiederwahl 2006). Ministerpräsident war seit 2003 der Zentrumspolitiker Matti Vanhanen (seit 2007 an der Spitze einer bürgerlichen Vierparteienkoalition). 2010 wurde Vanhanen von Mari Kiviniemi abgelöst. Am 17. 4. 2011 fanden Parlamentswahlen statt, bei denen die Nationale Sammlungspartei unter Führung von J. Katainen die meisten Mandate gewinnen konnte. Hinter den Sozialdemokraten avancierte die rechtspopulistische Partei der»Wahren Finnen« als Verfechterin eines Europa- bzw. Euro-kritischen Kurses zur drittstärksten parlamentarischen Kraft. Am 22. 6. 2011 wurde Katainen vom Parlament zum neuen Ministerpräsidenten gewählt. Bei den Präsidentschaftswahlen im Januar/Februar 2012 konnte sich Sauli Niinistö (KOK) im zweiten Wahlgang mit 62,6 % der Stimmen gegen Pekka Haavisto (VIHR) durchsetzen, der 37,4 % der Stimmen gewann.
  1. Einleitung
  2. Natur und Klima
    1. Kurze Sommer, lange Winter
  3. Bevölkerung
  4. Bildung
  5. Staat und Politik
  6. Wirtschaft und Verkehr
    1. Holz, Schiffe, Mobiltelefone
    2. Dichtes Verkehrsnetz im Süden
  7. Geschichte
    1. Spielball fremder Mächte
    2. Finnland bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs
    3. Von der Balance zwischen den Blöcken zur Westorientierung
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