Lexikon
Guinea
Der unabhängige Staat
Ausbleibende Wirtschaftserfolge riefen den Unmut der Bevölkerung hervor, der Touré, der einen sozialistischen Kurs verfolgte, zunehmend repressiv regieren ließ. Seine rücksichtslose Herrschaft trieb viele Guineer ins Ausland. Nach Tourés Tod 1984 übernahm das Militär die Regierung und löste die Staatspartei PDG auf. Präsident wurde Oberst Lansana Conté, der das Land zum Westen hin öffnete.
1991 trat eine neue Verfassung in Kraft. Der Aufbau einer demokratischen Zivilgesellschaft kam aber über Ansätze nicht hinaus. Auseinandersetzungen mit Rebellen in den Grenzgebieten zu Liberia und Sierra Leone führten 2000/01 zu einer Flüchtlingskatastrophe. Conté wurde zuletzt bei den Wahlen 2003 im Präsidentenamt bestätigt. Die Unzufriedenheit mit seinem Regime führte 2007 zum Generalstreik und zu blutigen Auseindersetzungen zwischen oppositionellen Demonstranten und den Sicherheitskräften. Zeitweise wurde der Ausnahmezustand verhängt. Mit der Besoldung unzufriedene Soldaten rebellierten im selben Jahr gegen die Regierung. Nach Contés Tod am 22. 12. 2008 übernahm die Armee unter Führung von Hauptmann Moussa Dadis Camara die Macht im Lande. Massenproteste der Opposition schlug das Militär im September 2009 mit Waffengewalt nieder. Camara wurde im Dezember 2009 bei einem Mordanschlag schwer verletzt. Nach Vermittlungsbemühungen von Burkina Faso wurde der Oppositionspolitiker Jean-Marie Doré im Januar 2010 zum interimistischen Regierungschef ernannt, um Wahlen vorzubereiten. Aus den Stichwahlen für das Präsidentenamt im November 2010 ging Alpha Condé, Führer der oppositionellen Sammlungsbewegung des Volkes von Guinea (RPG), als Sieger hervor. Im Juli 2011 wurde ein bewaffneter Anschlag auf Condé von den Sicherheitskräften vereitelt.
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