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LEXIKON

Heimatkunst

Oberbegriff für künstlerisches Schaffen, das die Landschaft, die Menschen und die Sitten und Gebräuche einer nichtstädtischen Region zum Thema hat.
In der Literatur des 19. Jahrhunderts zunächst eine die ländliche Idylle verklärende Reaktion auf die Industrialisierung (B. Auerbach), dann auch kritisch-realistische Darstellungen des bäuerlichen oder kleinbürgerlichen Lebens (A. Stifter, T. Storm, T. Fontane). Im 20. Jahrhundert finden sich in der literarischen Heimatkunst sowohl naturalistische (H. Sudermann) wie auch neoromantische oder faschistische Strömungen (Blut-und-Boden-Dichtung).
In der Malerei war die Heimatkunst eine am Ende des 19. Jahrhunderts aufgekommene Bewegung, die sich gegen die Tradition der Ideallandschaft wandte und auf die malerische Erschließung heimatlich vertrauter Landschaften zielte. Pflegestätten in Deutschland waren u. a. Willingshausen (Schwalm), Worpswede und Dachau.
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