Lexikon

Inier

Ioner, griechisch und lateinisch Iones
einer der griechischen Hauptstämme. Die Ionier wanderten zu Beginn des 2. Jahrtausends v. Chr. zusammen mit den Achäern nach Griechenland ein. Im Zuge der Ägäischen Wanderung wurden sie um 1200 v. Chr. von neu einwandernden Griechen verdrängt und siedelten sich auf den Inseln der Ägäis und in der Mitte der kleinasiatischen Westküste an (Städte: u. a. Ephesos, Milet, Priene). Athen galt als Mutterstadt. In Kleinasien vereinigten sich 12 ionische Städte zum Ionischen Bund; später trat auch das ursprünglich äolische Smyrna bei. Ionien gilt als Wiege der griechischen Dichtung (Homer, Archilochos), Philosophie und Naturwissenschaft (Thales, Anaximander, Anaximenes, Heraklit) und Geschichtsschreibung (Hekataios von Milet). Auch in der bildenden Kunst waren die Ionier im 6. Jahrhundert v. Chr. führend. Der ionische Raum wurde zum Ausgangspunkt der großen griechischen Kolonisation des Mittelmeer- und Schwarzmeergebiets im 7. und 6. Jahrhundert v. Chr. Die Ionier gerieten seit der Mitte des 7. Jahrhunderts v. Chr. unter die Gewalt der lydischen Könige und nach deren Sturz um 546 v. Chr. unter persische Herrschaft. Eine bedeutende Rolle spielte der Ionische Aufstand 500 v. Chr.; danach folgte im 5. Jahrhundert v. Chr. auch wirtschaftlich der Niedergang bis zu einer neuen wirtschaftlichen und kulturellen Blüte im Hellenismus.
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