Lexikon

Küstenmeer

Küstengewässer
der Küste oder sog. „Eigengewässern“ (Flussmündungen, Wattenmeeren oder tief eingeschnittenen schmalen Buchten) vorgelagerter Teil der Hohen See. Das Küstenmeer ist seinem Wesen nach ein Grenzraum. Entscheidend für die Realität der Staatsgrenze ist immer die Möglichkeit, innerhalb der Grenze Hoheitsakte zu setzen und staatliche Herrschaft auszuüben. Daher bestimmte bis ins 19. Jahrhundert hinein die Schussweite der Küstenbatterien, die sog. „Kanonenschussweite“, die Breite des Küstenmeers zum offenen Meer hin. Diese „Kanonenschussweite“ wurde zunächst mit drei, später mit sechs Seemeilen angenommen; das Küstenmeer wurde zur sog. „Dreimeilenzone“. Die moderne Waffenentwicklung erlaubt diese Art der Festlegung des Küstenmeers nicht mehr. 1982 einigten sich die Mächte auf der 3. Internationalen Seerechtskonferenz der UNO in Genf in der Seerechtskonvention vom 10. 12. 1982 darauf, die Ausdehnung des Küstenmeers zur Hohen See hin auf 12 Seemeilen festzulegen. In der Länge reicht das Küstenmeer eines Staats bis zu einer senkrecht zur äußeren Grenze der Eigengewässer bzw. der Küste dieses Staates verlaufenden Linie. Als Grenzraum gehört das Küstenmeer nicht mehr zum Staatsgebiet im eigentlichen Wortsinn. Dem Küstenstaat stehen im Küstenmeer jedoch weit gehende staatliche Hoheitsrechte, insbesondere die Polizeigewalt zu; andererseits muss er in Friedenszeiten anderen Staaten das Recht der friedlichen und „schadlosen“ Durchfahrt (einschließlich des Durchtauchens und Überfliegens) gewähren. Für fremde Kriegsschiffe kann er dieses Recht insbesondere in Spannungszeiten allerdings auf bestimmte internationale Verkehrswege beschränken. Das Küstenmeer ist Wasserraum; der Meeresgrund des Küstenmeers gehört zum sog. Festlandsockel, der in seiner rechtlichen Stellung nicht mit dem Küstenmeer verwechselt werden darf.
Psychologie, Krisen, Zusammengehörigkeit
Wissenschaft

Gemeinsam stark

Der Klimawandel und die Corona-Pandemie: Was hindert die Menschheit daran, solche globalen Krisen entschlossen anzugehen? von JAN BERNDORFF Der Klimawandel trägt keinen Schnauzbart.“ Mit dieser einfachen Formel erklärte der Psychologe Daniel Gilbert von der Harvard University in den USA schon vor 15 Jahren die Schwierigkeiten der...

Mond, Welt, Universum
Wissenschaft

Die dunkle Seite des Mondes

Vor Milliarden Jahren stürzte ein Urplanet auf die erdabgewandte Seite unseres Trabanten. Er durchschlug die Kruste und schuf das gewaltige Südpol-Aitken-Becken. von THORSTEN DAMBECK Als 1973 die Langspielplatte „The Dark Side of the Moon“ die Hitparaden stürmte, ging es nicht um den Mond. Die Musiker von Pink Floyd hatten...

Weitere Artikel aus dem Wahrig Herkunftswörterbuch

Weitere Artikel aus dem Vornamenlexikon