Lexikon

Lẹpra

[
griechisch
]
veraltet Aussatz; Miselsucht; Hansen-Krankheit
durch einen dem Tuberkulosebakterium ähnlichen Krankheitserreger, das von G. A. Hansen entdeckte Mycobacterium leprae, hervorgerufene, meldepflichtige Infektionskrankheit mit oft jahrelanger Inkubationszeit (9 Monate bis 20 Jahre) und schleichendem Verlauf. Die früher weltweit verbreitete Krankheit kommt heute noch in ländlichen Gebieten Südostasiens, des indischen Subkontinents, des tropischen Afrikas und Südamerikas vor. Erst jahrelanger enger Kontakt mit einem Kranken und mangelhafte Hygiene führen zur Infektion. Zwei Formen werden unterschieden, zwischen denen auch Übergänge bestehen: die tuberkuloide Lepra mit starker Gewebereaktion, frühzeitigen Nervenschädigungen, jedoch relativ gutartigem Krankheitsverlauf und geringerem Ansteckungspotenzial (sog. Nervenlepra) und die lepromatöse Lepra mit fehlender Gewebereaktion, massiver Infiltration der Haut, ungünstigerem Krankheitsverlauf und größerem Ansteckungspotenzial (sog. Knotenlepra).
Bei der Nervenlepra kommt es bereits im Frühstadium zum Befall der Nerven mit Sensibilitätsstörungen und Lähmungserscheinungen und dadurch zu Verletzungen und auf die Dauer zu schweren Verstümmelungen. Bei der Knotenlepra bilden sich zunächst Knoten (Leprom), vor allem im Gesicht. Später kommt es auch zur Zerstörung der peripheren Nerven und dadurch zu Sensibilitätsverlust und schweren Verstümmelungen. Im Spätstadium breitet sich die Krankheit über den ganzen Körper aus.
Lepra ist heute heilbar, wenn sie gleich im Anfangsstadium behandelt wird. Im fortgeschrittenen Stadium kann die Krankheit zwar gestoppt werden, doch die entstandenen Schäden bleiben. Die Therapie besteht in einer Kombination verschiedener Antibiotika und muss über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren, eventuell lebenslang durchgeführt werden.
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