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Marxsmus-Leninsmus

insbes. von J. W. Stalin in den späten 1920er u. 1930er Jahren vorgenommene Ausformung des Leninismus zu einem dogmat. weltanschaul. System auf Basis des dialekt. u. histor. Materialismus. Stalin fügte dem universalist. angelegten Lehrgebäude die paradox anmutende Lehre von der Möglichkeit des Aufbaus des Sozialismus in einem Lande hinzu. Ein weiterer Widerspruch ist Stalins Lehre vom Absterben des Staats durch uneingeschränkte Ausweitung der Staatsmacht. Der M. diente zunächst vor allem zur Rechtfertigung der Politik der KPdSU sowie der Bekämpfung polit. Gegner. Er war auch für die nichtrussischen kommunist. Parteien theoret. Leitkonzept. Nach dem 2. Weltkrieg wurde der M. allg. die Bez. für die weltanschaul. Ausrichtung der sozialist. Staaten. Im Gegensatz zum Marxismus fehlte dem M. jegliche kritische Komponente, er wurde lediglich zur Legitimation bestehender Herrschaftsverhältnisse in den totalitären kommunist. Staaten benutzt.
I. Fetscher, Von Marx zur Sowjetideologie. 221986.

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