Lexikon

Musịkästhetik

[
griechisch
]
wörtlich die Lehre vom Schönen in der Musik. Musikästhetik gibt es seit der griechischen Antike. Sie ist stets in die allgemeine Entwicklung der Philosophie eingebunden. Wie diese berührt sie Gebiete der Soziologie und der Psychologie. Sie versucht, Musik einen transzendenten Sinn zu geben, die sinnliche und geistige Erfahrung mit ihr philosophisch zu durchleuchten. Sie fragt nach dem Erkenntniswert der Musik, nach ihrer Stellung zur und innerhalb der Wirklichkeit. Ferner beschäftigt sich Musikästhetik mit internen musikalischen Problemen wie dem Verhältnis von Wort und Ton oder Form und Inhalt eines Werkes. Zu den Verfassern bedeutender Systeme der Musikästhetik gehören in der Antike Platon und Aristoteles, im Mittelalter Boethius und J. Tinctoris, in der Neuzeit J. J. Rousseau, I. Kant, G. W. F. Hegel. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts kreiste die Musikästhetik um die großen Ideen des 19. Jahrhunderts, vor allem um die Idee der Autonomie der Kunst. Die heutige Musikästhetik ist eine Disziplin der systematischen Musikwissenschaft, die das philosophische Nachdenken über Musik aus historischer Perspektive aufarbeitet. Die Suche nach neuen musikalischen Formensprachen und ihr Verhältnis zur Tradition steht daher im Zentrum der programmatischen Überlegungen von T. W. Adorno, P. Boulez, K. Stockhausen oder J. Cage.
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