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LEXIKON

Otto III. in der Gruft Karls des Großen

Otto III. in der Gruft Karls des Großen
Die große Verehrung Ottos III. für den Karolinger Karl den Großen und ersten westlichen Kaiser zeigt sich auch durch seinen Besuch in der Kaisergruft, um dem vor fast 200 Jahren Gestorbenen die Ehre zu erweisen und eine Reliquie zu gewinnen (Erzähler ist ein Graf, der den Kaiser begleitet):

Wir gingen also zu Karl hinein. Er lag nicht, wie sonst die Toten, sondern er saß, als lebte er, und hielt in seinen Händen, die in Handschuhen steckten, ein Zepter; die Fingernägel hatten sich durch die Handschuhe gebohrt und schauten aus ihnen heraus. Über ihm war eine Decke aus Kalk und Marmor. Als wir hinkamen, durchbrachen wir sie. Bei unserem Eintritt schlug uns ein überaus starker Geruch entgegen. Wir erwiesen Kaiser Karl sofort auf den Knien unsere Huldigung, und Kaiser Otto bekleidete ihn auf der Stelle mit weißen Gewändern, beschnitt ihm die Nägel und brachte, was Schaden gelitten hatte, in Ordnung. Übrigens hatte Kaiser Karl noch keins seiner Glieder durch die Verwesung verloren, einzig die Nasenspitze hatte er eingebüßt. Kaiser Otto ersetzte sie mit Gold, zog einen Zahn aus Karls Mund, vermauerte den Zugang zu dem Gemach aufs Neue und entfernte sich wieder."

Für Otto III. geht auf Karl auch die enge Bindung zwischen Rom und die Kaiser zurück:
"Als dann Karl dieses Reich [Italien] nahm, kam er auch nach Rom. Er machte aus dem Bestande des Langobardenreiches dort viele großartige Geschenke, die bis heutigen Tages noch zur Herrschaft Roms gehörten, und schloss mit den Römern und dem Papst einen Pakt."
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