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Geschichte-Rumänien

Wer waren die Vorfahren der Rumänen?

Die thrakischen Volksstämme der Daker und Geten. Beide besiedelten das Land einige Jahrhunderte v. Chr. Seit dem 7. Jh. v. Chr. wurden auch griechische Kolonien gegründet. 107 n. Chr. kam das Gebiet unter römische Herrschaft (Dakerkriege). Seit dem 6. Jh. drangen Slawen ein. Siebenbürgen geriet unter ungarischen Einfluss. Im 14. Jh. entstanden die beiden Fürstentümer Moldau und Walachei. Sie gerieten im 15. Jh. unter osmanische Oberhoheit. Seit 1829 zeitweise russisches Protektorat, wurden Moldau und Walachei 1861 unter Fürst Alexandru Ioan Cuza zum Staat Rumänien vereinigt. 1881 erklärte sich Rumänien zum unabhängigen Königreich.

Gab es Dracula wirklich?

Ja, Vlad III. Tepes Dracula, Fürst der Walachei und rumänische Legende, gab die Vorlage für den 1897 erschienenen Briefroman »Dracula« des irischen Schriftstellers Bram Stoker. Der Fürst konnte Transsilvanien (Siebenbürgen) und die Walachei gegen die Osmanen erfolgreich verteidigen. Erst als die Türken mit einer dreifach überlegenen Übermacht aufmarschierten, musste er sich zurückziehen. Auf dem Rückweg in die Heimat ließ er Dörfer verbrennen, um den Osmanen die Versorgungsgrundlage zu entziehen. Als das Heer Mehmeds II. erschöpft die Walachei erreichte, bot sich ihnen ein Bild des Schreckens. Auf einem Feld entdeckten sie die Leichen von 20 000 türkischen Kriegsgefangenen, die auf Befehl Vlads III. auf Pfähle gespießt wurden. Der »Wald der Gepfählten« veranlasste die Osmanen zum Rückzug.

Welcher Diktator herrschte bis 1989?

Nicolae Ceauşescu (* 1918), der 1967 Staatsoberhaupt wurde. Seine Amtsführung entwickelte sich zu einer despotischen Alleinherrschaft mit ausuferndem Personenkult und Vetternwirtschaft. Die Prachtentfaltung des Potentaten, der sich »Conducator« (Führer) titulieren ließ, stand in eklatantem Kontrast zum desolaten Zustand des Landes. Trotz der sich abzeichnenden politischen Wende in den übrigen Ostblockstaaten führte Ceauşescu Ende der 1980er Jahre seine von staatlichen Terrormethoden geprägte Innenpolitik weiter. Sein Plan, zahlreiche Dörfer aufzulösen, richtete sich besonders gegen die ungarische und deutsche Minderheit.

1989 brach schließlich eine Volkserhebung aus, der sich das Militär anschloss. In Bukarest kam es zu Kämpfen zwischen Einheiten der Geheimpolizei Securitate und der Armee. Ceauşescu versuchte zu fliehen, wurde jedoch gefasst und am 25. 12. 1989 zusammen mit seiner Frau nach einem Schnellgerichtsverfahren erschossen.

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