Wahrig Herkunftswörterbuch
April
vierter Monat des Jahres
♦
aus
[Info]lat.
Aprilis „April“, die Herkunft ist nicht bekannt, bisher gibt es folgende Vermutungen: zulat.
apricus „sonnig, sonnenliebend“ oder zulat.
aperire „öffnen, ans Licht bringen“ oder zu einer nicht belegten Formlat.
*apero „der hintere“, da der April nach alter Zählung der zweite Monat des mit dem 1. März beginnenden altröm. Jahres war, oder zu einer ebenfalls nicht belegten Kurzformlat.
*Apris von Aphrodite, entsprechend dem Muster anderer, nach Göttern benannter MonateApril
Die neuzeitliche Sitte, jemanden in den April zu schicken, d. h. ihn am 1. April mit einer erfundenen Geschichte zum Narren zu halten, stammt einer Deutung zufolge aus Frankreich. Karl IX. verlegte 1564 den Neujahrstag vom 1. April auf den 1. Januar; hatte man zuvor am 1. April Neujahrsgeschenke erhalten, so erhielt man nun Scheingeschenke. Auch wurde man am 1. April bevorzugt in die Apotheke geschickt, um absurde Dinge zu besorgen, ob Stecknadelsamen oder getrockneten Schnee, Hahneneier oder Gänsemilch. Französische Kinder riefen denjenigen, der sich erfolglos auf diese Besorgungen einließ, nach seiner Rückkehr poisson d'avril („Aprilfisch“) und hängten Kindern und alten Leuten Fische aus Papier an den Rücken. Seit dem 17. Jahrhundert ist der Brauch in Deutschland bezeugt. Im deutschen Sprachraum tritt die Redensart in den April schicken zuerst im Jahre 1618 in Bayern auf, wo man den an der Nase Herumgeführten (in Anlehnung an das engl. april fool) einen Aprilnarren schalt.
Wissenschaft
Spiel(e) des Lebens
Wenn Paris in diesem Sommer im olympischen Goldrausch schwelgt, denkt vermutlich niemand mehr an jene Athleten der Vormoderne, die auf dem Spielfeld getötet und den Göttern geopfert wurden. von ROLF HESSBRÜGGE Das Feld, auf dem über Leben und Tod entschieden wurde, misst rund 135 mal 90 Meter. Unterteilt ist es ähnlich wie der...
Wissenschaft
Magnonen, Ionen und künstliche Synapsen
Wenn zum Rechnen nicht mehr Elektronen durch Chips fließen, sondern Materialien selbst die nötigen Aufgaben bewältigen, führt der Weg zum neuromorphen Computer. von KAI DÜRFELD Ionen wandern durch winzige Käfige, bleiben hängen, lösen sich wieder und hinterlassen Spuren. Auf diese Weise entsteht Gedächtnis aus Materie. Das...