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WAHRIG HERKUNFTSWöRTERBUCH

Tinte

mhd.
tincte, tinte,
ahd.
tincta entstammt dem
mlat.
Ausdruck tincta (aqua) „gefärbte Flüssigkeit, Tinktur“, der sich aus tincta, dem Part. Perf. fem. zu tingere „befeuchten, eintauchen, färben“ und aqua „Wasser“ zusammensetzt
[Info]
Tinte: in der Tinte sitzen
Schon früh belegt ist die Redensart in der Tinte sitzen oder stecken, in der die Tinte, ähnlich wie die Wörter Brühe oder Patsche, als dunkle, undurchsichtige und schwer abwaschbare Flüssigkeit eine Metapher für „Schwierigkeiten“ darstellt. Im Jahre 1520 ist bei Geiler von Kaysersberg zu lesen: „Du bist voller sünd ... du steckst mitten in der tincten.“ Dieses Bild wird immer wieder aufgegriffen, am geläufigsten ist heute wohl nach wie vor die Geschichte von den schwarzen Buben aus dem Struwwelpeter: Die bösen Buben, die den Mohren wegen seiner Hautfarbe verspotten, landen zur Strafe dafür in der Tinte und sind noch schwärzer als dieser. Neben dem von dem
mlat.
Ausdruck tincta (aqua) „gefärbte Flüssigkeit, Tinktur“ stammenden Wort Tinte treten aber nicht nur Flüssigkeiten wie Brühe in Wendungen auf, die von jemandem in Schwierigkeiten handeln: Auch festere Substanzen wie Schlamm und Dreck kommen hier vor.
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