Wahrig Herkunftswörterbuch

klar

das Wort geht über
mndrl.
claer „klar“ auf
frz.
clair „hell, klar“ zurück, einer Entlehnung aus
lat.
clarus „hell, strahlend“; die Ableitung
aufklären
ist eine Bildung des 16. Jh. und wird neben der normalen Verwendung in der Bedeutung „verständlich machen, klarstellen“ auch reflexiv in der Bedeutung „hell werden, aufheitern“, meist in Bezug auf das Wetter, gebraucht; dazu die Substantivierung
Aufklärung
als ein Begriff des 18. Jh., der zunächst als philosophischer Terminus im Sinne von „Erklärung, Klarstellung“ galt; im 20. Jh. dann die Bedeutung „Darstellung des Geschlechtslebens“ erlangte
[Info]
klar
Zu den scherzhaften Wendungen gehört die Redensart das ist klar wie Kloßbrühe, die in der heutigen Umgangssprache „ganz klar, offensichtlich“ bedeutet. Kloßbrühe ist bekanntermaßen alles andere als klar, sie ist sogar recht trübe man sagt also das Gegenteil von dem, was man eigentlich meint. Auch im Vergleich klar wie dicke Tinte und verschiedenen regionalen Wendungen, in denen Mehlsuppe, Sirup oder Zwetschgenbrühe den Platz der Kloßbrühe einnehmen, drückt man sich ironisch aus. Ganz ähnlich verhält es sich heutzutage mit dem Vergleich das passt wie die Faust aufs Auge, der schon zu Martin Luthers Zeiten belegt ist und ursprünglich „das passt nicht zueinander“ bedeutete, heute aber oft ironisch im Sinne „das passt bestens“ verwendet wird. In der im späten 18. Jahrhundert in Norddeutschland auftretenden Zwillingsformel klipp und klar („ganz deutlich“) wird das Wort klar verstärkt; klipp ist auf klippen zurückzuführen, das seinerseits eine Ablautform von klappen ist.
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