Wahrig Synonymwörterbuch
Märchen
- Geschichte, Erzählung, Fabel; poet.: Mär
- Lüge, Lügengeschichte, Lügenmärchen, Ammenmärchen, Anglerlatein, Jägerlatein, Seemannsgarn, Räubergeschichte, Roman, Legende, Fiktion, Erfindung, Erdichtung, Unwahrheit; ugs.: Geflunker, Flunkerei, Ente, Finte, Räuberpistole
Märchen: Von Lügen und Wundern
Ein Märchen ist eine fantasievolle Erzählung ohne räumliche und zeitliche Bindung, eine Geschichte, in der die Naturgesetze aufgehoben sind und Wunder vorherrschen, durch die die moralisch Guten belohnt, die Schlechten bestraft werden. Die Vokabel selbst ist die Verkleinerungsform des poetisch gebrauchten Mär. Obwohl durch »Lügensignale« klar als Fiktion gekennzeichnet, sind Märchen redensartlich zum Inbegriff von Lüge und Lügengeschichten geworden.
Die umgangssprachliche Aufforderung Erzähl (doch) keine Märchen heißt also im Klartext »Lüg nicht so, sag die Wahrheit«. Dementsprechend besagt ein Satz wie Ich lasse mir von dir keine Märchen erzählen/auftischen so viel wie »Ich lasse mich von dir nicht belügen«. Der Ausdruck Ammenmärchen für eine unglaubwürdige Geschichte bezog sich ursprünglich auf die Erzählungen, die Kinderfrauen ihren Schützlingen vortrugen.
Unwahre Nachrichten über Gräueltaten nennt man Gräuelmärchen. Umgangssprachlich ist Zeitungsente für eine unverbürgte Nachricht oder eine Falschmeldung. Bei Finte schwingt die Konnotation bewusster Täuschung mit. Flunkern und Geflunker suggerieren dagegen (harmloses) Schwindeln.
Die positive Konnotation von »wunderbar« erscheint dagegen in der Redewendung (das/es ist) wie im Märchen, die ausdrückt, dass etwas großartig oder überraschend ist. Als Märchenhochzeit bezeichnet man eine besonders aufwändige Hochzeitsfeier oder auch eine Heirat, durch die, wie oft im Märchen, soziale Schranken überwunden werden. Für ein luxuriöses Haus wird auch die Bezeichnung Märchenschloss verwendet. Meist ironisch wird in der Umgangssprache der Ausdruck Märchenprinz für den (ersehnten) Traummann beziehungsweise Märchenprinzessin für die (ersehnte) Traumfrau gebraucht.
Zur Literaturgeschichte gehört die Bezeichnung Kunstmärchen für ein Märchen, das von einem Autor ohne Rückgriff auf überlieferte Erzählungen verfasst worden ist. Im Gegensatz dazu steht das aus mündlicher Überlieferung stammende Volksmärchen. Unter einer Märchenoper schließlich versteht man ein vertontes Märchen beziehungsweise eine Oper mit märchenhaftem Inhalt.
Die umgangssprachliche Aufforderung Erzähl (doch) keine Märchen heißt also im Klartext »Lüg nicht so, sag die Wahrheit«. Dementsprechend besagt ein Satz wie Ich lasse mir von dir keine Märchen erzählen/auftischen so viel wie »Ich lasse mich von dir nicht belügen«. Der Ausdruck Ammenmärchen für eine unglaubwürdige Geschichte bezog sich ursprünglich auf die Erzählungen, die Kinderfrauen ihren Schützlingen vortrugen.
Unwahre Nachrichten über Gräueltaten nennt man Gräuelmärchen. Umgangssprachlich ist Zeitungsente für eine unverbürgte Nachricht oder eine Falschmeldung. Bei Finte schwingt die Konnotation bewusster Täuschung mit. Flunkern und Geflunker suggerieren dagegen (harmloses) Schwindeln.
Die positive Konnotation von »wunderbar« erscheint dagegen in der Redewendung (das/es ist) wie im Märchen, die ausdrückt, dass etwas großartig oder überraschend ist. Als Märchenhochzeit bezeichnet man eine besonders aufwändige Hochzeitsfeier oder auch eine Heirat, durch die, wie oft im Märchen, soziale Schranken überwunden werden. Für ein luxuriöses Haus wird auch die Bezeichnung Märchenschloss verwendet. Meist ironisch wird in der Umgangssprache der Ausdruck Märchenprinz für den (ersehnten) Traummann beziehungsweise Märchenprinzessin für die (ersehnte) Traumfrau gebraucht.
Zur Literaturgeschichte gehört die Bezeichnung Kunstmärchen für ein Märchen, das von einem Autor ohne Rückgriff auf überlieferte Erzählungen verfasst worden ist. Im Gegensatz dazu steht das aus mündlicher Überlieferung stammende Volksmärchen. Unter einer Märchenoper schließlich versteht man ein vertontes Märchen beziehungsweise eine Oper mit märchenhaftem Inhalt.
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