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LEXIKON

Panafrikansmus

das Bestreben der Völker und Staaten Afrikas, sich wirtschaftlich und kulturell zusammenzuschließen. Die Bewegung begann um 1900 unter den Schwarzen Nordamerikas und Westindiens. Sie spaltete sich 19201930 in die Reihe der von Intellektuellen (W. E. B. Du Bois, B. Diagne) getragenen Panafrikanischen Kongresse (Pan-African Congress) und die „Heim-nach-Afrika“-Massenbewegung des Jamaikaners M. Garvey, die vor allem in New York Boden gewann. Im französischen Sprachraum blieb der Panafrikanismus bis zum 2. Weltkrieg ein rein kulturelles Ziel (Négritude). Nach 1945 verschmolzen die verschiedenen Strömungen zu einer realpolitischen afrikanischen Einheitsbewegung: 1958 tagten in Ghana die ersten Konferenzen der unabhängigen Staaten und der „Völker“ (d. h. der politischen Organisationen) Afrikas; nach vorübergehender Spaltung der Staaten in die Casablanca- und die Monrovia-Gruppe kam 1963 die Organisation für afrikanische Einheit (OAU) zustande, die 2002 in die Afrikanische Union überführt wurde.
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