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LEXIKON

Rebecca

  • Deutscher Titel: Rebecca
  • Original-Titel: REBECCA
  • Land: USA
  • Jahr: 1940
  • Regie: Alfred Hitchcock
  • Drehbuch: Robert E. Sherwood, Joan Harrison, nach einem Roman von Daphne du Maurier
  • Kamera: George Barnes
  • Schauspieler: Laurence Olivier, Joan Fontaine, Judith Anderson
  • Auszeichnungen: Oscar 1941 für Film
Mit »Rebecca« stellt Alfred Hitchcock seinen ersten Hollywoodfilm vor. Der Thriller zeichnet sich weniger durch reißerische und dramatische Effekte, als durch psychologische Kalkulation und eine dichte Atmosphäre der Unberechenbarkeit aus. Damit ist er für die weitere Entwicklung Hitchcocks wegweisend.
Eine junge Frau (Joan Fontaine) lernt den Lord Maxim de Winter (Laurence Olivier) kennen, dessen Frau Rebecca auf rätselhafte Weise ums Leben gekommen ist. Sie wird zur zweiten Mrs. de Winter und zieht mit ihrem Ehemann auf seinen Landsitz Manderley. Sowohl Mr. de Winter als vor allem die Hausbedienstete Mrs. Danvers (Judith Anderson) hängen in Gedanken der schönen Rebecca nach. Die neue Hausherrin sieht sich von Mrs. Danvers verfolgt und spürt ihr ständiges Misstrauen. Mrs. de Winter nimmt gegenüber der Bediensteten eine unterwürfige, schuldbewußte Haltung ein, wodurch die Dominanz von Mrs. Danvers noch erhöht wird. Die Situation verschärft sich, als Rebeccas Tod durch einen Leichenfund Gegenstand einer Untersuchung wird. Maxim de Winter gerät in Mordverdacht die neue Ehe ist schwer belastet. Die scheinbar ausweglose Lage löst sich jedoch am Ende: Mrs. Danvers stirbt bei dem Brand von Schloss Manderley, und Rebeccas Tod stellt sich als Selbstmord wegen einer Krebserkrankung heraus.
»Rebecca« fesselt den Zuschauer durch eine unterschwellige Atmosphäre der Ungewissheit. Das völlig isoliert in der Landschaft stehende riesige Schloss Manderley erscheint als ein Ort, an dem alles möglich ist. Die Person von Maxim de Winter bleibt unscharf und zerrissen, so dass er als Mörder in Frage kommt. Einen besonderen Akzent setzt Hitchcock mit der Hausdame Mrs. Danvers. Sie taucht in vielen Szenen scheinbar aus dem Nichts auf, erweckt den Eindruck von Omnipräsenz. Dieser Eindruck wird noch dadurch verstärkt, dass der Zuschauer sie fast nie gehend sieht. Ihre Gestalt wird durch einen Schnitt oder Schwenk eingefangen immer hoch aufgerichtet, düster und unbeweglich. Mrs. Danvers erscheint als die eigentliche »Dame des Hauses«. Die zweite Mrs. de Winter scheint an der Bediensteten zu zerbrechen.
»Es ist ein britischer Film, vollkommen britisch«, charakterisiert Hitchcock sein Werk. Obwohl in Hollywood produziert, sind die meisten Darsteller des Films Briten, auch die Romanvorlage stammt von der britischen Schriftstellerin Daphne du Maurier. Der Regisseur schätzt an Hollywood vor allem die Möglichkeit, in großen Studios zu arbeiten. »Rebecca« ist durch und durch ein Studiofilm, der mit mehr Außenaufnahmen völlig anders gewirkt hätte.
Joan Fontaine hat mit der Rolle als Mrs. de Winter großen Erfolg. Hitchcock hält an ihr fest und dreht 1941 »Verdacht«, für den Joan Fontaine den Oscar erhält.
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