Lexikon
Rẹmbrandt
eigentlich Rembrandt Harmensz van RijnSchaffensphasen
Das facettenreiche Werk Rembrandts lässt sich in vier Hauptperioden unterteilen: In der Leidener Frühzeit (1626–1631) schuf er kleinformatige Historienbilder nach biblischen Stoffen („Der Geldwechsler“ 1627, Berlin, Staatliche Museen; „Der Apostel Paulus im Gefängnis“ 1627, Stuttgart, Staatsgalerie; „Simson von Delila verraten“ 1628, Berlin, Staatliche Museen). Die Radierungen dieser Zeit zeigen vor allem sein Bemühen um den physiognomischen Ausdruck (Bildnisse der Mutter 1628) und sein Interesse am weiblichen Akt („Diana im Bade“ um 1630).
Die Amsterdamer Zeit Rembrandts lässt sich in drei Perioden gliedern. In der ersten (1631–1642) entwickelte sich seine Kunst vom Naturalismus und scharfen Helldunkel zu malerischer Ausgewogenheit und formalem Reichtum; besonders die religiösen Bilder zeigen die Auseinandersetzung mit den Formprinzipien des Barocks (P. P. Rubens). Hauptwerke dieser Phase: „Anatomie des Dr. Tulp“ 1632, Den Haag, Mauritshuis; Passionszyklus 1633–1639, München, Alte Pinakothek; „Der Maler als verlorener Sohn“ um 1636, Dresden, Staatliche Kunstsammlungen; „Gewitterlandschaft“ um 1639, Braunschweig, Herzog-Anton-Ulrich-Museum. – Radierungen: „Große Kreuzabnahme“ 1633; „Die Judenbraut“ 1634; „Austreibung der Wechsler“ 1635; „Joseph erzählt seine Träume“ 1638; „Marientod“ 1639.
In den Jahren 1642–1650 drängte Rembrandt die barocken Elemente zugunsten einer starken Verinnerlichung zurück; die Form wurde ruhiger, das Kolorit wärmer, die Zeichnung beschränkte sich auf das Wesentliche. Hauptwerke: „Nachtwache“ 1642, Amsterdam, Rijksmuseum; „Christus und die Ehebrecherin“ 1644, London, National Gallery; „Hl. Familie mit Engeln“ 1645, St. Petersburg, Eremitage; „Christus und die Jünger in Emmaus“ 1648, Paris, Louvre; „Noli me tangere“ 1651, Braunschweig, Herzog-Anton-Ulrich-Museum; „Joseph und Potiphars Weib“ 1655, Berlin, Staatliche Museen. – Radierungen: „Die drei Bäume“ 1643; „Christus heilt die Kranken“ („Hundertguldenblatt“) um 1650; „Die drei Kreuze“ 1653.
Die letzte Schaffenszeit Rembrandts (1650–1669) ist gekennzeichnet durch stille Monumentalität und höchste Steigerung der malerischen Werte. Alle Dinge wurden aus der Farbe heraus gestaltet, rote und goldene Töne leuchten vor dunklem Grund. Die historische oder biblische Einzelfigur gewann an Bedeutung. Hauptwerke: „Anatomie des Dr. Deyman“ 1656, Amsterdam, Rijksmuseum; „Der Segen Jakobs“ 1656, Kassel, Staatliche Gemäldegalerie; „Die Staalmeesters“ 1662, Amsterdam, Rijksmuseum; „Die Rückkehr des verlorenen Sohnes“ um 1668/69, St. Petersburg, Eremitage; „Simeon im Tempel“ 1669, Stockholm, Nationalmuseum.
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- Lebensweg
- Vielseitiger Künstler
- Schaffensphasen
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