Lexikon
Satanịsmus
Satanskult, Teufelskultkultische Verehrung des Satans oder des Teufels als dem Gegenprinzip zu Gott. Als mögliche Wurzeln des Satanismus gelten die dualistischen und gnostischen Glaubensrichtungen (Dualismus, Gnosis) innerhalb des Christentums; eigentliche Satanismusvorstellungen prägten sich jedoch erst im Rahmen der neuzeitlichen Hexenverfolgungen und in Auseinandersetzung mit der Aufklärung aus. Auch ließ sich eine positive Stilisierung des Satans als Kämpfer gegen eine das Individuum unterdrückende Ordnung beobachten. Als Bewegung ist der Satanismus kulturhistorisch ab dem 17. Jahrhundert fassbar. Seine Anhänger (Satanisten) definieren sich vor allem aus dem Widerspruch zur etablierten Hauptkultur, indem sie z. B. dem christlichen Gott den Satan als oberstes Prinzip entgegensetzen, dem Guten das Böse, dem Leben den Tod, dem Lichten das Dunkle. Zu ihrem Ritual gehört u. a. die „Schwarze Messe“, bei der die katholische Messfeier parodiert wird. Im 20. Jahrhundert führte die Entwicklung des Satanismus vom „Weltheiland“ A. Crowley (* 1875, † 1947) über die Okkultorden Ordo Templi Orientis (O. T. O.) und Fraternitas Saturni bis hin zu faschistischen Gruppen des politischen Satanismus. Zum religiös-rituellen Satanismus gehört die 1966 von A. S. La Vey (alias H. Levy, * 1930) in San Francisco gegründete Church of Satan (englisch, „Satanskirche“). Teufelskult mit Sexualmagie verband die 1967 von C. Manson (* 1934) gegründete Final Church (englisch, „letzte Kirche“), die ihre Mitglieder zu Blutritualen veranlasste. Auch Ritualmorde wurden nicht ausgeschlossen. Elemente eines künstlerischen Satanismus gibt es in der bildenden Kunst (z. B. im Wiener Aktionismus), im Film (u. a. bei K. Anger oder R. Polanski) sowie seit den 1970er Jahren in der Rockmusik des Black Metal. Organisierter Satanismus bleibt jedoch eine gesellschaftliche Randerscheinung.
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