Lexikon
Schmiedekunst
kunsthandwerkliche Bearbeiten von Eisen durch den Schmied (Kunstschmied), seit Gewinnung des Eisens geübt, dann in der Früh- und Spätgotik mit Veredlungstechniken (Tauschierung, Gravierung, Bemalung, Bläuen, Vergoldung) verfeinert. Aus dem Mittelalter erhaltene Tür- und Möbelbeschläge, Gitter, Laternen, Leuchter zeugen vom hoch entwickelten Stand der damaligen Schmiedekunst, die bereits komplizierte Pflanzenformen (Laubwerk und dgl.) nachbildete und ornamental abwandelte. Italien, Frankreich und die Niederlande brachten bis zum 16. Jahrhundert auf dem Gebiet der Schmiedekunst besonders großartige Leistungen hervor; seit der ausgehenden Renaissance nahm Deutschland den führenden Platz ein (Waffen, Trenngitter für Kirchen, Grabmäler, Brunnenlauben). Im 19. Jahrhundert wurden die Techniken der Schmiedekunst vielfach durch Eisengussverfahren ersetzt.
Wissenschaft
Islamisches Zelt über christlichem Altar
In einer Kirche im italienischen Ferrara hat eine Historikerin ein einzigartiges Fresko aus dem 13. Jahrhundert entdeckt. Das Wandbild in der Apsis zeigt ein kunstvoll gefertigtes islamisches Zelt aus bunten Stoffen, das wahrscheinlich sowohl auf dem Fresko als auch in der Realität als Vorhang für den Hochaltar der christlichen...
Wissenschaft
Sternwarte der Superlative
Das James Webb Space Telescope eröffnet Astronomen einen neuen Blick ins All. von RÜDIGER VAAS Es ist ein Leuchtfeuer des menschlichen Leistungsvermögens“, lobte Marc Postman das James Webb Space Telescope (JWST) – die komplexeste Sternwarte überhaupt, die 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt das Universum erforscht und...