Lexikon
Tonga
Tonga seit dem 19. Jahrhundert
In den 1820er Jahren begann die Missionierung durch englische Methodisten. Nach inneren Auseinandersetzungen gelang es Taufa’ahau, der sich König Georg Tupou I. nannte, das Inselreich 1845 unter seiner Herrschaft zu einen. Er erließ 1875 eine Verfassung und schloss 1876 einen Freundschaftsvertrag mit dem Deutschen Reich, der 1976 erneuert wurde. König Tupou II. unterzeichnete 1900 einen Schutzvertrag mit Großbritannien, durch den Tonga britisches Protektorat wurde. Die innenpolitische Herrschaft des Königs blieb aber unangefochten. 1965 bestieg Taufa'ahau Tupou IV. den Thron. 1970 erlangte das Inselreich die vollständige Unabhängigkeit von Großbritannien.
Zu Beginn der 1990 Jahre formierte sich eine Oppositionsbewegung, die für eine Demokratisierung eintrat. 1994 gründete sie die erste politische Partei. 1999 trat das Land der UNO bei. Die Anhänger demokratischer Reformen gewannen inzwischen an Einfluss. 2006 wurde erstmals ein gewählter bürgerlicher Parlamentarier Premierminister. Im selben Jahr verstarb König Taufa'ahau Tupou IV. Sein ältester Sohn trat als George Tupou V. die Nachfolge an. Die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der zögerlichen innenpolitischen Liberalisierung löste im November 2006 schwere Unruhen aus. 2007 wurde Tonga Mitglied der WTO. Die Bevölkerung stärkte bei den Parlamentswahlen 2008 die progressiven Kräfte. König George Tupou V. kündigte im selben Jahr eine Reduzierung seiner Machtbefugnisse an und ließ die Verfassung reformieren. Auf Basis der Verfassungsreformen fanden 2010 erneut Parlamentswahlen statt. Im März 2012 verstarb König George Tupou V. Sein jüngerer Bruder folgte ihm als Tupou VI. auf dem Thron.
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