Lexikon
Turkmenistan
20. und 21. Jahrhundert
Nach der Errichtung der Sowjetherrschaft gehörten die Turkmenen teils zur Turkestanischen ASSR, teils zu den kurzlebigen Sowjetrepubliken Buchara und Choresm. 1924 wurde die Turkmenische SSR gegründet. Im Zeichen der Reformpolitik der 1980er Jahre erhob sich auch hier die Forderung nach nationaler Selbstbestimmung.
1991 erklärte sich Turkmenistan für unabhängig und wurde Mitglied der GUS. Der Präsident Saparmurad Nijasow, der einen Kult um seine Person inszenierte und sich den Beinamen Turkmenbaschi („Führer aller Turkmenen“) zulegte, errichtete ein autokratisches Regime und unterdrückte jegliche Opposition. Außenpolitisch erklärte er eine Politik der Blockfreiheit und Neutralität und suchte vor allem im Rohstoffbereich Handelsbeziehungen mit den Nachbarländern. 2005 erfolgte der Austritt aus der GUS. Bis zu seinem Tod im Dezember 2006 lockerte Nijasow seinen innenpolitischen Kurs nicht. Nachfolger Nijasows im Amt des Staatspräsidenten wurde der von ihm protegierte langjährige Gesundheitsminister Gurbanguly Berdymuchammedow. Er initiierte 2008 verfassungsrechtliche Veränderungen, auf deren Grundlage im selben Jahr Parlamentswahlen stattfanden.
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