Lexikon
Wiechert, Ernst: Hirtennovelle
- Erscheinungsjahr: 1935
- Veröffentlicht: Deutsches Reich
- Verfasser:
- Deutscher Titel: Hirtennovelle
- Genre: Erzählung
Fluchthaltung und Illusion bestimmen das Werk Ernst Wiecherts (* 1887, † 1950), der nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten im Deutschen Reich geblieben ist und hier, wie nur wenige andere, eine aufrechte Widerstandshaltung einnimmt, zugleich jedoch versucht, sich »jenseits der Zeit« zu halten. In seinen Romanen, Erzählungen und Novellen stellt er grüblerisch-empfindsam in der Auseinandersetzung mit der Natur seiner ostpreußischen Heimat und ihren einzelgängerischen Menschen die Frage nach dem Sinn der Welt und der Gerechtigkeit Gottes und propagiert das sinnerfüllte »Einfache Leben« (1939). In der »Hirtennovelle« opfert ein ostpreußischer Hirtenjunge, Inbegriff des »einfachen Menschen«, sein Leben, um ein Lamm zu retten. – 1938 wird Wiechert wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt im KZ Buchenwald inhaftiert, wo er in der Anstaltsbibliothek seine eigenen Bücher vorfindet.
Wissenschaft
Konfabulation statt Halluzination
An dieser Stelle ist in Ausgabe 09/2023 der große Physiker Arnold Sommerfeld schon einmal mit folgendem Satz zitiert worden, „In der Natur nimmt die Entropie die Rolle der Direktorin ein, die Energie aber nur die einer Buchhalterin“ (wobei das Original den Direktor und den Buchhalter als Männer angesprochen hat, was heute...
Wissenschaft
Künstliche Debatten über Künstliche Intelligenz
Von Künstlicher Intelligenz (KI) kann man in den Medien seit den 1970er-Jahren lesen oder hören – zunächst natürlich auf Englisch: Artificial Intelligence (AI) hieß das Schlagwort, und es wird historisch interessierte Menschen amüsieren, wenn sie erfahren, dass damals auch der Ausdruck „information overload“ geprägt wurde,...