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GROßES WöRTERBUCH DER DEUTSCHEN SPRACHE
Altlast:
Der meist im Plural
Altlasten
verwendete Begriff kommt ursprünglich aus dem Umweltschutz und ist dementsprechend auch erst seit dem 20. Jahrhundert gebräuchlich. Er bezeichnet Altablagerungen ehemaliger Deponien oder Industriebetriebe, von denen nach der Stilllegung eine Gefährdung für Menschen und Umwelt ausgeht. Solche Belastungen wurden seit Beginn der achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts im Boden, Untergrund oder Grundwasser meist zufällig etwa bei Bauvorhaben entdeckt.
Die Bezeichnung
Rüstungsaltlasten
wird für die Hinterlassenschaften in einst militärisch genutzten Gebieten verwendet und bezieht sich auf Kampfmittel ebenso wie auf metallische oder mineralische Abfälle. Ein
Altlastenkataster
ist die von den Bundesländern oder den Kommunen angelegte, genaue kartographische Erfassung solcher kontaminierter Flächen. Daraus wurde im Sprachgebrauch dann ganz allgemein die Umschreibung für ein in der Vergangenheit nicht bewältigtes Problem, das noch gelöst werden muss.
Der Begriff
Altlast
wird gelegentlich auch als Unwort auf Menschen bezogen. In diesem Zusammenhang sind zum Beispiel alte Mitarbeiter eines Unternehmens gemeint, die in den (Vor)Ruhestand geschickt werden sollen oder auch politische „Versorgungsfälle“, also mehr oder weniger verdiente Mitglieder einer Partei, die mit einer speziellen Position „belohnt“ werden.
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