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GROßES WöRTERBUCH DER DEUTSCHEN SPRACHE

GAU

GAU
Tech.;
Abk. für
größter anzunehmender Unfall,
Bez. für ein
(gedachtes) unabwendbares Unglück
GAU:
Das Wort ist ein Akronym, also ein aus den ersten Buchstaben mehrerer Wörter gebildeter Name, in diesem Fall:
Größter anzunehmender Unfall
. Es stammt aus der Technik und bezeichnet bei Kernkraftwerken einen Störfall, für den die Sicherheitseinrichtungen verhindern sollen, dass außerhalb der Anlage bestimmte Strahlenwerte überschritten werden. Ein solcher
GAU
ist beispielsweise bei dem amerikanischen Reaktor „Three Mile Island“ in Harrisburg 1979 aufgetreten. Mit dem Begriff
SuperGAU
wird die Atomkatastrophe von Tschernobyl im April 1986 bezeichnet.
Die ursprünglich aus diesem Zusammenhang stammenden Begriffe werden im heutigen Sprachgebrauch auch ganz allgemein als Synonyme für
Unfall, Katastrophe
verwendet. So kann etwa das Scheitern von Reformvorhaben für Politiker ebenso einen GAU bedeuten wie die Ablehnung eines Bewerbers um eine bestimmte Stelle für den Betroffenen oder starke Kursverluste an der Börse. Auch der Ortsname Tschernobyl ist seither zum Synonym für folgenschwere Unfälle geworden. So werden Tankerunfälle auf See auch
Tschernobyl der Meere
genannt.
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