Großes Wörterbuch der deutschen Sprache

Schelte:
Das gleichbedeutende althochdeutsche Wort
scelta
ist die Wurzel des Ausdrucks für „Vorwurf“, „Tadel“ (zu
sceltan
„schmähen“, „tadeln“; aus dem angelsächsischen
scyldan
wurde im heutigen Englisch
to scold
). Damit dürfte einst lauter oder lautstarker Tadel gemeint gewesen sein, denn
sceltan
ist sprachlich mit dem althochdeutschen
scellan
für „tönen“, „schallen“ verwandt, das mittelhochdeutsch zu
schellen
wurde. Diese Form der Schelle bzw.
Schelte
ist noch in dem Begriff „Maulschelle“ enthalten, der „Ohrfeige“ bedeutet. „Schelle“ und „schellen“ wird heute nur noch regional als Synonym für „Klingel“ bzw. „klingeln“ gebraucht.
Sceltan
wie
scellan
gehen auf das erschlossene indogermanische Wort
(s)kel
„schallen“ zurück.
„Jemandem Vorwürfe machen“ heißt, ihn
schelten
oder
ausschelten
. Belegt man ihn dabei noch mit Schimpfwörtern, kann das bedeuten:
ihn einen Dummkopf schelten
. Der Betroffene
bekommt Schelte ab, muss Schelte einstecken
oder
sich Schelte anhören
. Das Wort, das als feiner gilt als beispielsweise „schimpfen“, wird außerdem in Zusammensetzungen gebraucht, wenn es um Vorwürfe geht, die sich pauschal gegen eine bestimmte Gruppe und nicht gegen einzelne Personen richten, zum Beispiel
Medienschelte, Parteienschelte
oder
Politikerschelte.

Der Ausdruck
unbescholten
für „rechtschaffen“, „von einwandfreiem Ruf“, „ehrenhaft“ leitet sich von dem mittelalterlichen Brauch her, öffentlich einen
Scheltbrief
, eine Art Anklageschrift, anzuschlagen oder zu verlesen, wenn Vorwürfe gegen jemanden erhoben wurden. Damit war ein Betroffener
beschulten
. Ein „unbescholtener Bürger“ ist also ursprünglich einer, gegen den in der Öffentlichkeit keine Vorwürfe bestehen.
Bemmerer
Wissenschaft

Sternenfeuer im Felsenkeller

Experimente in einem Dresdner Labor zeigen: Der Bethe-Weizsäcker-Zyklus läuft langsamer ab als gedacht. Er ist der Hauptlieferant der Energie in massereichen Sternen. von DIRK EIDEMÜLLER Wer nach den Sternen greifen will, muss manchmal in den Keller gehen. Das klingt auf den ersten Blick ein bisschen paradox. Schließlich stehen...

Glycerinsäure, Molekül
Wissenschaft

Lebensbaustein aus dem All?

Ein Laborexperiment ahmt die Bedingungen in kalten galaktischen Molekülwolken nach. Dabei gelang der Nachweis von Glycerinsäure. von DIRK EIDEMÜLLER Eine der großen Fragen, die verschiedene Zweige der Naturwissenschaft verbindet, lautet: Woher stammen die Grundbestandteile des Lebens? Zwar kennen wir heute die grundlegenden...

Weitere Artikel aus dem Kalender

Weitere Artikel aus dem Großes Wörterbuch der deutschen Sprache

Weitere Artikel aus dem Wahrig Synonymwörterbuch

Mehr Artikel zu diesem Thema

Weitere Artikel aus dem Wahrig Fremdwörterlexikon

Weitere Artikel aus dem Wahrig Herkunftswörterbuch

Weitere Artikel aus dem Vornamenlexikon