Wahrig Herkunftswörterbuch
Eiertanz
Wer heutzutage einen Eiertanz aufführt, der windet sich in einer schwierigen Lage und wählt seine Worte, um niemanden zu verletzen. Ursprung dieser übertragenen Bedeutung ist eine 1863 in der politischen Satireschrift „Frankfurter Latern“ erschienene Karikatur Otto von Bismarcks mit dem Titel „Politischer Eiertanz“. Sie zeigt den späteren Reichskanzler, wie er als Ballerina mit (fast) geschlossenen Augen um Eier mit Aufschriften wie „Gesetz“, „Verfassung“, „Wahlen“, „Reform“ oder „Recht“ herumtanzt. Heute nimmt man an, dass die Wendung nicht auf den historischen, in Deutschland nicht verbürgten Eiertanz zurückzuführen ist, den Tänzer mit verbundenen Augen auszuführen hatten. Darstellungen von Menschen, die um ein Ei herumtanzen, finden sich auf zwei alten Kunstwerken aus den Niederlanden, die von 1557 bzw. 1611 stammen.
Wissenschaft
Mit Licht gegen Ewigkeitschemikalien
Ob in regenfester Kleidung, beschichteten Pfannen oder Kosmetik – Per- und Polyfluoralkylverbindungen (PFAS) sind als Antihaft- und Imprägniermittel weit verbreitet. Da sie äußerst langlebig sind, reichern sich diese potenziell gesundheitsschädlichen Substanzen jedoch in der Umwelt an. Um die auch als Ewigkeitschemikalien...
Wissenschaft
Wenn Satelliten Luft atmen
Der Weg zu den Sternen ist steinig. Doch neue Antriebstechniken sollen die Raumfahrt voranbringen und erstmals langlebige Satellitenmissionen auf sehr tiefen Orbits möglich machen. von DIRK EIDEMÜLLER Es ist eine alte Idee aus der Science-Fiction-Literatur: Raumfahrzeuge, die ihren Treibstoff nicht selbst mitführen, sondern beim...