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Existenzialist Jean-Paul Sartre (1905–1980)

Was bestimmte Sartres Werk entscheidend?

Sein Gesamtwerk ist im Wesentlichen geprägt von der Auseinandersetzung mit dem existenziellen Problem der menschlichen Freiheit. Der 1905 geborene Jean-Paul Sartre arbeitete als Philosophielehrer, ehe er sich ganz als Schriftsteller betätigte. Die Erfahrung des Zweiten Weltkrieges beeinflusste sein Leben und Denken nachhaltig. Er schloss sich der französischen Résistance an und engagierte sich für den Marxismus. Er gründete zusammen mit Simone de Beauvoir und Maurice Merleau-Ponty (1908–1961) die Zeitschrift »Les Temps Modernes« (1945), um sich ein öffentliches Forum für seine Ideen zu schaffen. Noch unter deutscher Besatzung erschien sein philosophisches Hauptwerk »L'être et le néant« (Das Sein und das Nichts, 1943), das ihn nach dem Krieg als Hauptvertreter der französischen Existenzphilosophie weltberühmt machte. Auch als Romancier und Dramatiker erwarb sich Sartre einen Ruf.

Was strebte der engagierte Philosoph an?

Sartre verfolgte das Ziel, das menschliche Recht auf Freiheit in Form von politischer Freiheit zu verwirklichen. Darin sah er eine Gemeinsamkeit von Marxismus und Existenzialismus, und dafür setzte er sich beständig ein, auch wenn er oft aneckte. Auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges ergriff er 1952 Partei für die französischen Kommunisten, die Weltfriedensbewegung und die Sowjetunion. Er verfasste Petitionen und Manifeste und unternahm ausgedehnte Reisen in die UdSSR, nach China und Kuba. Seine Abkehr vom Sozialismus sowjetischer Prägung erfolgte nach der Intervention der Warschauer-Pakt-Staaten in der Tschechoslowakei 1968. Von da an beteiligte er sich aktiv an der linksradikalen Protestbewegung und übernahm die Herausgabe strafrechtlich verfolgter Zeitschriften, die er selbst auf der Straße verteilen half. Für Schlagzeilen sorgte Sartre auch 1974 durch seinen Besuch der RAF-Häftlinge in Stuttgart-Stammheim. 1973 gründete er die linke Zeitschrift »Libération« und wurde deren Direktor. Am 15. April 1980 starb Sartre. Bei seiner Beerdigung begleiteten 50000 Menschen seinen Sarg zum Friedhof Montparnasse, um Abschied von dieser Integrationsfigur zu nehmen.

Wussten Sie, dass …

Sartres literarische Werke 1948 auf den Index der katholischen Kirche kamen?

Sartre 1964 die Annahme des Literaturnobelpreises verweigerte?

Simone de Beauvoir für ihren Roman »Die Mandarine von Paris« 1954 den angesehehen Literaturpreis »Prix Goncourt« erhielt? Dieser Schlüsselroman über die Pariser Linksintellektuellen stellt bis heute ein wichtiges Dokument jener Zeit dar.

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