Wissensbibliothek
Können Tiere von anderen lernen?
Ja. Eines der berühmtesten Beispiele für die Tradierung einer »erfundenen« Verhaltensweise ist das Öffnen der Stannioldeckel von Milchflaschen durch Meisen, das in den 1920er Jahren erstmals beobachtet wurde. Die Technik tauchte zunächst bei Meisen in London auf und breitete sich danach sehr schnell über ganz England aus. Lange Zeit glaubte man, dass hinter dieser Tradition ein Lernen durch Nachahmen steckte, dass also unerfahrene Meisen anderen Artgenossen beim Flaschenöffnen zusahen und dies dann nachahmten. Heute weiß man jedoch, dass Meisen für die Übernahme dieser Verhaltensweise noch nicht einmal andere Meisen bei dieser Tätigkeit beobachten müssen. Es genügt, wenn sie das Ergebnis, also die geöffnete Flasche mit dem Inhalt, sehen.
In den 1970er Jahren wurde an einer süddeutschen Vogelwarte eine Reihe von Greifvögeln abgegeben, die alle durch ein total mit Kot verschmutztes Gefieder flugunfähig geworden und deshalb offensichtlich verhungert waren. Man fand heraus, dass die Wacholderdrosseln (Turdus pilaris) im Oberallgäu eine neue Verhaltensweise entwickelt hatten: Sie griffen gemeinschaftlich Greifvögel an und bespritzten sie dabei mit Kot. Die von einem Einzeltier gemachte »Erfindung« war dabei von anderen übernommen worden.
Kontaktfreudiger Erdkern
Aus dem Kern unsere Planeten sickert langsam Material in den Erdmantel ein. Das lässt sich an der Zusammensetzung des Edelmetalls Ruthenium aus Vulkangestein ablesen. von DIRK EIDEMÜLLER Tief im Innern der Erde ruht eine gewaltige Kugel aus Eisen: der Erdkern. Er ist innen fest und in seinen äußeren Bereichen flüssig. Das ist aus...
Eine neue Art des Magnetismus
Wichtig für die Elektronik von übermorgen: Jetzt glückte der Nachweis von Materialien mit der überraschenden Eigenschaft eines sogenannten Altermagnetismus. von DIRK EIDEMÜLLER Manchmal ist es in der Wissenschaft wie im normalen Leben: Man denkt, man kennt seine Umgebung genau, bis man plötzlich in einer Nachbarstraße ein...