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War der Sultan wirklich gütig und tolerant?

Nur bedingt, denn anders als zahlreiche Quellen glauben machen, ist sein Bild nicht ohne Makel. Sein Weg zur Macht war nicht weniger mit Intrigen, Verschwörungen und der Beseitigung von Rivalen verbunden als der anderer orientalischer Herrscher seiner Zeit. Aber er besaß eine starke persönliche Ausstrahlung und zeichnete sich durch Ritterlichkeit und unerwartete Milde aus.

Auf die Christen im Heiligen Land musste Saladins Verhalten bei der Eroberung Jerusalems 1187 sensationell wirken. Im Gegensatz zu den Kreuzfahrern, die 1099 ein Blutbad angerichtet hatten, sicherte er durch Militärstreifen, dass niemand geschändet oder umgebracht wurde, und bot den christlichen Bewohnern die Möglichkeit, sich freizukaufen.

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