Daten der Weltgeschichte

China: Tiananmen-Massaker in Peking
China: Tiananmen-Massaker in Peking
Tiananmen-Massaker in Peking
Zur Aufrechterhaltung ihres Herrschaftsmonopols ordnen die Führer der Volksrepublik China ein Blutbad an oppositionellen Studenten an. Mit äußerster Brutalität beendet das chinesische Militär auf Befehl der kommunistischen Führung unter Deng Xiaoping die seit Mitte April anhaltenden Massenproteste für Demokratie und Menschenrechte. Nach inoffiziellen Schätzungen fordert das Massaker auf dem Tiananmen-Platz (Platz des Himmlischen Friedens) 3600 Opfer. Das Vorgehen des Militärs und die sich anschließende "Säuberungswelle" lösen weltweiten Protest aus. Am Morgen wird der Tiananmen-Platz, auf dem sich mehr als 100 000 Studenten im friedlichen Sitzstreik befinden, von Soldaten umstellt. Panzer und Militärtransporter rasen in die Menge. In Panik fliehende Menschen werden durch Schüsse getötet. Die Studenten setzen sich mit Steinen zur Wehr. Nach dem Blutbad werden rd. 120 000 Menschen verhaftet. Bis Anfang August kommt es zu vermutlich 34 Hinrichtungen. Die Studentenproteste hatten nach dem Tod des reformorientierten früheren Parteichefs Hu Jaobang begonnen. Die Forderungen der Studenten, die in einen unbefristeten Vorlesungsstreik traten, richteten sich zunächst auf eine Rehabilitierung Hus sowie auf Anerkennung der unabhängigen Studentenverbände, bald jedoch auch auf allgemeinere Ziele wie Demokratie und Einhaltung der Menschenrechte. Ursachen für die Unzufriedenheit sind u. a. eine schwere Wirtschaftskrise, aber auch das Zögern der chinesischen Führung, den Ende der 70er Jahre eingeleiteten wirtschaftlichen Reformen auch eine politische Liberalisierung folgen zu lassen. Am 13. Mai traten tausende Studenten auf dem Tiananmen-Platz in einen Hungerstreik, der später in einen Sitzstreik umgewandelt wurde. Bilder von Verbrüderungsszenen mit Soldaten und Kontakte des am 19. Mai entmachteten Parteichefs Zhao Ziyang mit den kampierenden Studenten schürten zunächst die Hoffnung auf ein friedliches Ende des Protestes. Die EG-Staaten und die USA frieren ihre diplomatischen Kontakte zu China ein, halten sich aber mit Wirtschaftssanktionen zurück.
China: Tiananmen-Massaker in Peking
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