Lexikon
Diakonie
[altgrch. diakonia, „Dienst“]
das christlich geprägte Engagement der Kirche im sozialen Feld, besonders an Kranken und Bedürftigen; im weiteren Sinne die sozialen Einrichtungen des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland.
Diakonie bedeutet Fürsorge für jegliche Art von Schutzbedürftigen und Außenseitern der Gesellschaft in Worten und Taten. Dieses Engagement ist bereits im Alten Testament verankert (u. a. 3. Mose 19, 33f.; 5. Mose 24, 17) und wird besonders im Neuen Testament immer wieder thematisiert (u. a. Mt. 20, 29ff., Mk. 1, 40ff., Lk. 5, 12ff.). Daraus entwickelte sich schon im Urchristentum die Diakonie als praktizierte Nächstenliebe zu einer zentralen Aufgabe der christlichen Gemeinde (Apg. 2, 42ff.), die vor allem von Diakonen und Diakonissen wahrgenommen wurde. Bereits in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten traten dabei nicht nur Einzelpersönlichkeiten wie Basilius der Große oder Martin von Tours mit ihrem Engagement hervor, sondern es entstanden auch die ersten diakonischen Institutionen in Klöstern und Hospitälern. Zunehmend übernahmen auch christlich engagierte Laien diakonische Aufgaben, die sich in Bruderschaften wie z. B. in der zeitgenössischen Communauté de Taizé organisierten.
Bedeutende Wegbereiter und Erneuerer in der Geschichte der Diakonie waren A. H. Francke, J. H. Wichern und T. Fliedner. Zu den zentralen diakonischen Einrichtungen gehören heute die Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel in Bielefeld, das Rauhe Haus in Hamburg oder die Herrnhuter Diakonie. Der Ausbildung von Fachkräften dienen Diakonenhäuser, Diakonissenmutterhäuser (vor allem in Kaiserswerth) und der Evangelische Diakonieverein. Dachorganisationen sind auf evangelischer Seite das Diakonische Werk der EKD, auf katholischer Seite der Deutsche Caritasverband.
Wissenschaft
Sprachmodelle als große Gleichmacher
ChatGPT und Co. durchdringen zunehmend die Gesellschaft. Doch Wissenschaftler warnen davor, dass das zu einer Homogenisierung von Meinungen und dem Verlust kultureller Diversität führen kann. von THOMAS BRANDSTETTER Sprache ist ein mächtiges Werkzeug. Sie kann uns aufklären oder täuschen, überzeugen oder abstoßen, aufbauen oder...
Wissenschaft
Geisterbilder am Himmel
Vexierspiele der Schwerkraft – von ultradichten Sternruinen bis zu gigantischen Galaxienhaufen. von RÜDIGER VAAS Täuschungen kommen vom Himmel, Irrtümer von uns selbst“, notierte der französische Aphoristiker und Essayist Joseph Joubert einmal. Damals, vor mehr als zwei Jahrhunderten, konnte er noch nichts vom Gravitationslinsen-...
Weitere Artikel aus dem Kalender
Mehr Artikel zu diesem Thema
Weitere Artikel aus dem Wahrig Fremdwörterlexikon
Weitere Artikel aus dem Wahrig Synonymwörterbuch
Weitere Lexikon Artikel
Weitere Artikel aus dem Großes Wörterbuch der deutschen Sprache
Weitere Artikel auf wissenschaft.de
Wer ist der bessere Möbelschlepper – Mensch oder Ameise?
Lokalrunde für die Ewigkeit
Der Spin schlägt Wellen
Bergbau im All
Atme!
Schritt zurück nach vorn