Lexikon

gregoriạnischer Choral

der einstimmige liturgische Gesang der katholischen Kirche in lateinischer Sprache; benannt nach Papst Gregor I., der aber wahrscheinlich nicht direkt an der Sammlung und Ordnung der Gesänge (Antiphone, Responsorien, Hymnen) beteiligt war. Der gregorianische Choral enthält viele Formen alter Musikkulturen (Palästina, Griechenland, Rom, Byzanz, Syrien, Gallien, Deutschland). Seine Geschichte gliedert sich in die Perioden: Vorgregorianik (4.–6. Jahrhundert), Konstituierung (7.–9. Jahrhundert, von Gregor I. bis zu Karl dem Großen), goldenes Zeitalter (10.–14. Jahrhundert, Pflege durch Klöster und Kathedralen), Zeit des Niedergangs (15.–19. Jahrhundert), Restauration („Editio Vaticana“ 1904 und weitere Neuausgaben nach alten Quellen). Da seit dem 2. Vatikanischen Konzil (1962–1965) in der Liturgie die Volkssprache weitgehend gebräuchlich ist, wurde auch der gregorianische Choral zurückgedrängt.
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